Neuer Zweckverband soll für stabile Preise bei der Abfallbeseitigung sorgen

Die drei Geschäftsführer der ALF: Von links Friedhelm Holzapfel, Dr. Peter Zulauf, Markus Diehl im Hintergrund das Ballenlager für Kunststoffreste im Papiermüll. Foto: Mangold

Schwalm-Eder. Was wie der Name des Außerirdischen aus einer amerikanischen Fernsehserie klingt, ist die Abkürzung des neuen Zweckverbandes „Abfallwirtschaft Lahn-Fulda“: ALF.

Er hat die Verantwortung für die Abfallentsorgung in den beiden Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder übernommen, also für insgesamt 49 Städte und Gemeinden.

Seit 1995 arbeiteten beide Landkreise bei der Müllentsorgung zusammen und betreiben gemeinsam die Deponie bei Wabern-Uttershausen. Die Zusammenlegung der Abfallwirtschaftsbetriebe sei die logische Konsequenz aus der Entwicklung der vergangenen Jahre gewesen, sagte Vize-Landrat Winfried Becker, der auch Vorsitzender des neuen Zweckverbandes ist.

Die Bündelung der Kräfte sei für die Versorgungssicherheit der etwa 400 000 Menschen beider Landkreise wichtig, sagte Robert Fischbach, Landrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf und stellvertretender Vorsitzender der ALF. Durch den Zusammenschluss soll die gemeinsame Arbeit noch wirtschaftlicher werden.

Günstige Ausschreibung

Für größere Mengen könnten bessere Preise erzielt werden, erklärte Becker. So habe man bei der gemeinsamen Ausschreibung für die Sperrmüllentsorgung 380 00 Euro pro Jahr gespart.

Die Gebühren könnten deshalb auf dem derzeitigen Stand gehalten werden. Die letzte Gebührenerhöhung habe es Anfang 2007 gegeben, bis 2012 sollen die Preise stabil bleiben. Schon in den vergangenen Jahren seien die Abfallentsorgungskosten in beiden Landkreisen vergleichsweise niedrig gewesen, meinte Geschäftsführer Dr. Peter Zulauf.

Die Kosten für die Abfallentsorgung stelle der Verband den Städten und Gemeinden in Rechnung, die wiederum die Kosten auf die privaten Haushalte umlegen. Stabile Preise des Verbandes seien daher eine Voraussetzung für stabile Verbraucherpreise.

Die Zusammenlegung soll auch die Verwaltung vereinfachen. Die Gründung eines eigenständigen Verbandes bedeutet zugleich die Auflösung der bisherigen kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebe. Statt der bisher oft unübersichtlichen Doppelstrukturen gibt es nun ein gemeinsames Gremium mit Vorstand, Aufsichtsrat und Personalrat.

Das Personal wurde komplett übernommen. Es werde keinen Stellenabbau geben. Durch die Verschmelzung würden lediglich drei Stellen pensionierter Mitarbeiter nicht neu besetzt, sagte Becker. Er rechne eher mit einem Stellenzuwachs durch neue gemeinsame Aufgabenbereiche, wie beispielsweise bei der Transportlogistik.

So wie schon zuvor der Zweckverband Schwalm-Eder einen eigenen Fuhrpark unterhielt, um den Müll zur Verbrennungsanlage nach Kassel zu fahren, sei beabsichtigt, die Müllumladestation in Marburg umzubauen, um auch von dort den Müll mit verbandseigenen Lastwagen und Fahrern nach Kassel zu transportieren, statt wie bisher mit Containern.

Die bisherigen Verwaltungsstandorte Marburg und Homberg bleiben erhalten, mit Hauptsitz des Verbandes in Homberg.

Hintergrund: „Die Biotonne könnte kommen“

Die unterschiedlichen Abfall-Entsorgungswege in den Landkreisen, beispielsweise die Biotonne im Landkreis Marburg-Biedenkopf im Vergleich zur Sammlung von Grünabfällen bei den Bauhöfen im Schwalm-Eder-Kreis, sollen später einheitlich werden.

Bisher bestehen aber noch unterschiedliche Entsorgungsverträge. „Wir wollen das in Zukunft harmonisieren“, sagte Fischbach. „Ich glaube, dass die Biotonne kommen könnte“, meinte Becker.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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