Berufshilfe der Hephata-Diakonie baut Arbeit in Gombeth weiter aus

Guter Ausblick in die Zukunft: Von links Günter Jung, Lothar Kneifel und Holger Erhardt von der Berufshilfe Hephata freuen sich, dass die Projekte in der Alten Mühle weitergehen. Foto: Sonnabend

Gombeth. Eine Förderschnecke für Getreide in der Alten Mühle Gombeth erinnert noch daran, wie das Gebäude vor 100 Jahren aussah. Sie führt vom ersten ins zweite Stockwerk.

Das wird gerade ausgebaut – von Teilnehmern des Projektes „Landleben zwischen Schwalm und Eder“ der Berufshilfe der Hephata-Diakonie, die dort vom Jobcenter aus 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Bei einem Empfang feierte Hephata jetzt, dass es das Projekt weiterhin geben wird: „Ich freue mich, dass die Finanzierung bis Ende 2014 gesichert ist“, sagte Vize-Landrat Winfried Becker.

In diesem Jahr wäre das Projekt, das es seit 2009 gibt, ausgelaufen. Aber Hephata erhält weiterhin Geld aus dem Europäischen Sozialfond für Deutschland „Xenos – Integration und Vielfalt“. Und jetzt entsteht in Gombeth dadurch ein ganzes Bildungszentrum.

Handfeste Hilfe

Der Direktor Hephata-Diakonie Peter Göbel-Braun freute sich, dass „Menschen aus der Region sich für das Projekt eingesetzt haben“. Damit könne in Gombeth handfeste Hilfe umgesetzt werden.

Hilfe, die der pädagogische Leiter der Berufshilfe Lothar Kneifel und seine sechs Kollegen täglich 30 Personen anbieten, die meisten davon jünger als 25 Jahre.

Sie arbeiten in der Alten Mühle hauptsächlich handwerklich, wie Kneifel erklärt. Die Teilnehmer können sich einen von fünf Arbeitsbereichen aussuchen: Hauswirtschaft, Holz, Metall, Farbe oder Gartenbau. Sie alle sind jeweils sechs bis zwölf Monate in Gombeth beschäftigt. Die neuen Möbel für das Zentrum kommen aus der Ausbildungswerkstatt von Hephata in Treysa. Kneifel kann sich aber vorstellen, dass in Gombeth Arbeiten wie das Schleifen und Ölen übernommen werden.

Wenn der Gebäudekomplex fertig ist, sollen dort auch Seminare und Freizeiten stattfinden, erklärt Kneifel. Zu einem Bildungszentrum gehöre nämlich mehr als nur ein Projekt: „Wir warten noch auf die Rückmeldung von Schulen und Kindergärten, für die wir ab Ostern Seminare anbieten möchten.“ Er könne sich zum Beispiel den Besuch beim Kreislandwirt oder Aktionen zur Energiewende vorstellen. „Wir wollen uns aber nach den Wünschen der Schulen und Kindergärten selbst richten.“

Drittes Standbein des Bildungszentrums sollen offene Angebote wie ein Baumschnitzseminar oder ein Wärmedämmungslehrgang für Erwachsene und Kooperationen, zum Beispiel mit der Volkshochschule, sein.

Wenn die Alte Mühle fertig ist, wird es dort auch eine Küche und Schlafräume geben. „So wie in einer Jugendherberge“, sagt Kneifel.

Von Nora Sonnabend

Quelle: HNA

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