Neues Angebot: Die ASB-Tagespflege kümmert sich um pflegebedürftige Menschen

+
Ärgern sich nicht, sondern freuen sich über das gemeinsame Spiel: Anna Lies (85), Einrichtungsleiterin Kornelia Strohm, Ruth Polkowsk (84) und Irma Stache (86) (von links) beim Mensch-ärgere-Dich-nicht. Foto: Pflug

Bad Emstal. „Also, ich würde meine Tage gerne hier verbringen“, erklärt Anna Lies. Sie ist zu Besuch bei der Tagespflege des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Bad Emstal, um sich das Angebot genauer anzuschauen. Die zwölf Plätze der Tagespflege existieren erst seit wenigen Wochen, und es zeichne sich bereits ab, dass das Angebot gut angenommen werde, erklärt Einrichtungsleiterin Kornelia Strohm.

Hauptsächlich werde die Tagespflege von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen genutzt. „Diese benötigen Versorgung rund um die Uhr, das kann sehr anstrengend für die pflegenden Verwandten werden“, sagt Strohm. Das Angebot soll eine Lücke zwischen der ambulanten Pflege Zuhause und der vollstationären Betreuung im Heim schließen, sagt Strohm, und es sei eine Entlastung und Auszeit für die Pflegenden.

Bequem per Fahrdienst

Das spiegelt sich auch in der Nutzung des Angebotes wider, die meisten Menschen würden regelmäßig ein bis zwei Tage pro Woche von 8 bis 16.30 Uhr betreut, sagt Strohm. Jetzt in der Urlaubszeit werde von vielen pflegenden Angehörigen aber auch die Möglichkeit der Kurzzeitpflege und damit eine 24-Stunden Betreuung in Anspruch genommen. Auch für den Transport ist gesorgt: Jeden Morgen und Nachmittag werden die Senioren auf Wunsch in einem Umkreis von 20 Kilometern von einem Fahrdienst abgeholt und wieder nach Hause gebracht.

Für die Tagespflege wurden vier Wohnungen eines Mietshauses des ASB Landesverband auf dem Gelände des ASB Wohnen und Pflege Bad Emstal zusammengelegt und für 260 000 komplett umgebaut. Das Land Hessen unterstützte das Vorhaben mit 82 000 Euro, gut 122 000 Euro finanziert der ASB mit einem zinslosen Darlehen über die Gemeinde Bad Emstal, den Rest stemmt der Verein über Eigenmittel. Geplant wurde die 280 Quadratmeter große Einrichtung vom Architekturbüro Lang Architekten.

Gemeinsam kochen

Herzstück der barrierefreien Wohnung ist der Gemeinschaftsraum mit einer offen Küche in der gemeinsam gekocht und gebacken werden kann. Außerdem gibt es behindertengerechte WCs, ein Pflegebad und mehrere Rückzugsorte. „Da kann man dann auch mal ausruhen“, sagt Ruth Polkowski (84). Aber es wird sich natürlich nicht nur ausgeruht, sondern auch bewegt: Spazierengehen steht genauso auf dem Programm wie die Nutzung des hauseigenen Bewegungsparks. Die geistige Fitness wird trainiert, regelmäßig wird gebastelt, und es werden Brettspiele gespielt. „Und man kann sich hier schön unterhalten“, erklärt Polkowski, die bereits zum zweiten Mal da ist. Der soziale Austausch ist wichtige, denn mit dem Angebot wolle man Menschen auch aus der sozialen Isolation zu Hause holen, sagt Strohm.

Weitere Infos bei Sigrid Reining unter 05624/998650. Sie berät auch zur finanziellen Bezuschussung der Tagespflege durch die Pflegekassen.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

Kommentare