Neues Dach für Großsporthalle

"Hölle Nord": Landkreis investiert 235.000 Euro

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Die Sanierer: Heinz Becker, Conny Soßdorf und Marko Reineboth (von links) montieren die Platten für die neue Decke der Kreissporthalle in Gensungen. Der Kreis investiert 235 000 Euro. Fotos:  Schaake

Gensungen. Die unter Handballern als „Hölle Nord" bekannte Großsporthalle neben der Heiligenbergschule Gensungen ist derzeit Großbaustelle. 235.000 Euro investiert der Schwalm-Eder-Kreis als Eigentümer in die marode Decke.

Anfang September soll die Halle Schülern und Sportlern wieder zur Verfügung stehen. Das erste Oberliga-Heimspiel der ESG Gensungen/Felsberg wird am Samstag, 27. September, um 19.30 Uhr angepfiffen. Bereits am Samstag, 13. September, beginnt um 18 Uhr ein Freundschaftsspiel gegen Hüttenberg II in der Kreissporthalle.

„Wir hoffen, dass die Bauarbeiten bis zum 5. September abgeschlossen sind“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker im HNA-Gespräch. Auf der Baustelle war allerdings zu hören, dass die neuen Lampen erst Ende August eintreffen werden.

Im Frühjahr 2013 war festgestellt worden, dass sich viele Deckenplatten gelöst hatten. „Die gesamten Deckenplatten drohten herunterzufallen“, sagt der Vizelandrat. Der Kreis entschloss sich zu einer Sofortmaßnahme: Die gelösten Platten wurden entfernt und Fangnetze unter die Decke gespannt. Das hat 8000 Euro gekostet.

Weil sich an der Dachhaut ständig Kondenswasser bildete und eine Dämmebene fehlte, entschied der Schwalm-Eder-Kreis, die Decke bis auf die Tragkonstruktion abzubauen. Zwischen den Tragbalken wurde inzwischen eine 22 Zentimeter starke Dämmung aus Mineralwolle eingebaut. Darunter werden 22 Millimeter starke Spanplatten montiert. Die neue, sichtbare Decke besteht aus ballwurfsicheren Akustikplatten aus Mineralwolle.

Zur Sanierung gehören nach Angaben Beckers auch die energetische Erneuerung der Beleuchtungsanlage einschließlich der Fluchtweg-Beleuchtung in LED-Technik sowie die Dämmung und Anpassungsarbeiten der lüftungstechnischen Anlage.

In den „guten“ Zeiten des Handballs im Edertal wurden in der „Hölle Nord“ schon mehr als 1000 Zuschauer gezählt. „Praktisch alles, was Rang und Namen im internationalen Handball hatte, stellte sich in den goldenen 1970er-Jahren in Gensungen vor und die Kreissporthalle bekam aufgrund der beispiellosen Unterstützung der Akteure von den stets vollbesetzten Rängen den Beinamen Hölle des Nordens.“ So steht es in der Chronik des TSV Jahn Gensungen. Mit der Halle nahm der Handballsport im Edertal einen enormen Aufschwung. Die neue Halle hat mit dazu beigetragen, dass der TSV Jahn Gensungen als Dorfverein 1978 in die erste Bundesliga aufstieg.

Die Halle war 1972 eingeweiht worden. 1,6 Millionen Mark hatte der damalige Landkreis Melsungen investiert. „Diese Halle haben wir dem engagierten Eintreten der damaligen Bürgermeister Adolf Herwig (Gensungen) und Ernst Schaake (Felsberg) zu verdanken“, sagt Heinz Sänger, Ehrenvorsitzender von Jahn Gensungen. Beide Politiker hätten den damaligen Landrat Franz Baier und den Melsunger Kreistag von der Notwendigkeit der Halle überzeugt.

Jahn Gensungen war bereits vor dem Hallenbau eine Größe im Hallenhandball. Die Heimspiele wurden in der Kasseler Königstorhalle und in der Niederzwehrener Kurhessenhalle ausgetragen, in der die ganze Woche über Vieh aufgetrieben worden war. „Das war kein Zustand mehr, und wir hatten auch keine Einnahmen aus Heimspielen“, sagt Sänger.

Die Tribüne für die neue Halle haben Vereinsmitglieder damals in Eigenleistung hergestellt.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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