Förderprogramm gegen Leerstand

Neues Heim im alten Haus

Bad Zwesten. Wenn Susanne Gatzke einer vor einem Jahr gesagt hätte, dass sie in diesem Jahr Weihnachten im eigenen Haus feiern würde, sie hätte es nicht geglaubt.

„Ich habe immer gerne zur Miete gewohnt“, sagt sie. „Ein eigenes Haus stand für mich nie zur Debatte. Bis zum 13. Januar. Dem Tag, als die 41-Jährige auf das Drängen einer Freundin hin das kleine Fachwerkhäuschen in der Niederurffer Ortsmitte besichtigte und spürte: „Ja, das passt alles gut zu mir – genau hier will ich wohnen.“

Susanne Gatzke war dem Charme des Häuschens, das sehr charmant daher kommt, sofort erlegen. Dieser Charme aber erschließt sich allerdings nur eher kleinen Menschen. Die Decke im Wohnzimmer ist gerade 180 Zentimeter hoch, am Türsturz im Obergeschoss stoßen sich auch Menschen die Stirn, die 1,61 Meter groß sind. „Eine Leiter brauche ich in diesem Haus wirklich nicht“, sagt die Buchhalterin.

Selbst viel renoviert

Sie ist stolz auf das, was sie aus dem direkt an der Urff gelegenen Haus gemacht hat. Sie hat selbst viel renoviert, ganz neue Talente an sich entdeckt: „Wenn man vor einer solch großen Aufgabe steht, nimmt man viele Herausforderungen an“, sagt Gatzke.

Seit Pfingsten wohnt sie nun mit ihrem achtjährigen Sohn Mark in Niederurff. Fußböden, Wände, Heizung, Wasser- und Stromleitungen sind neu. Ganz billig war das alles nicht, aber erstens war das Risiko überschaubar und zweitens gab es einen unverhofften Zuschuss: Susanne Gatzke erfuhr vom Förderprogramm „Jung kauft alt“ der Gemeinde Bad Zwesten.

Das soll jungen Menschen Lust aufs Wohnen in alten Häusern machen und so die Gefahr des Leerstands in den Dörfern senken. 2000 Euro erhielt sie aus diesem Programm, Geld, das der alleinerziehenden Mutter sehr gelegen kam. „Es war überraschend einfach, das Geld zu bekommen“, sagt die 41-Jährige.

2012 war für sie prächtig

Dem Brief, in dem sie der Gemeinde mitteilte, ein altes Haus gekauft zu haben und anfragte, ob es dafür nicht vielleicht einen Zuschuss gäbe, folgte kurze Zeit später ein Anruf aus dem Rathaus mit der Nachricht: Ja, klar, kein Problem, natürlich es gibt einen Zuschuss aus dem Programm. Besser hätte es mit Kauf, Umbau, Umzug und Eingewöhnen gar nicht laufen können, sagt Susanne Gatzke. Genau wie ihr Sohn ist sie fühlt sich rundum wohl im neuen Haus. Die Nachbarn seien nett, die Lebensqualität in Niederurff hoch, ihr Sohn entdeckt und genießt das Dorfleben – alles ist gut.

Das Jahr 2012 wird ihr in allerbester Erinnerung bleiben. Es war das, in dem sie ihr neues Zuhause fand.

Quelle: HNA

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