An der Bürgerbegegnungsstätte in Gasterfeld

Neues Schwalbenhaus in Wolfhagen Gasterfeld eingeweiht

Ein sicheres Haus: Hans Gerd Appel (von links) , Tanja Butterwegge, Martha Damm, Nicola Mütterthies präsentieren das neue Schwalbenhaus an der Bürgerbegegnungsstätte in Gasterfeld. Dank des Metalpfostens können Waschbären nicht emporklettern. Foto:  Morrison

Gasterfeld. Schwalben bringen bekanntermaßen Glück. Doch das Wegfallen vieler traditioneller Nistmöglichkeiten macht den Tieren zu schaffen. 

An der Bürgerbegegnungsstätte in Gasterfeld wurde nun das neue Schwalbenhaus vorgestellt. Der sechs Meter hohe Bau soll dann ab nächstem Frühjahr den Schwalben im Ort ein neues Zuhause bieten.Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung der Dorfentwicklung und -erneuerung, Hans Gerd Appel, erklärt, warum der Unterschlupf so wichtig ist: „Schwalben brauchen einen möglichst freien Anflug. Zudem sind die Tiere sehr standorttreu.“ Um dies zu ermöglichen, soll noch ein Teil der Hecke zurückgeschnitten werden.

Damit die Schwalben im Frühjahr auf den neuen Brutplatz aufmerksam werden, wird moderne Technologie genutzt: Über einen MP3-Spieler werden Lockrufe abgesetzt. Das neue Zuhause bietet einige vorgefertigte Nistplätze, bietet den Schwalben aber auch Platz, um eigene Nester zu bauen. Der ehemalige Biologielehrer Appel sagt: „Wie immer in der Natur müssen wir schauen, wie das Angebot angenommen wird.“ Denkbar sei auch, dass sich einige Fledermäuse einnisten. Drei Arten von Schwalben sind in Gasterfeld zu finden: die Mehlschwalbe, die Rauchschwalbe, und die seltene Uferschwalbe. Appel und seine Kollegin Tanja Butterwegge haben auch schon eine Trockenmauer für Amphibien angelegt.

Das Schwalbenhaus hat auf jeden Fall schon einmal Aufmerksamkeit erregt. Butterwegge sagt: „Wir haben neulich einen Anruf aus Bayern bekommen. Dort wollte man gerne auf unser Know-How zurückgreifen.“ Dass es jedoch nicht ganz einfach war, das Projekt umzusetzen, wissen Appel und Butterwegge genau.

Butterwegge hatte Kontakt mit Martha Damm, Gründerin der Liselotte Damm-Stiftung, und Nicola Mütterthies, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung, aufgenommen. Die Liselotte Damm-Stiftung übernahm gerne die 3400 Euro Baukosten für das Schwalbenhaus. Bevor der Bau jedoch beginnen konnte, gab es einige Hürden zu bewältigen. Eine Standortbestimmung, Prüfung der Statik und eine Genehmigung mussten eingeholt werden. Doch dann konnte es schließlich losgehen.

Das Schwalbenhaus soll auch für Bürger eine Entlastung sein. Denn obwohl Schwalben am Haus Glück bringen sollen, stören sich viele Hausbesitzer an den Nestern. Denn die Schwalben beschmutzen mit ihrem Kot häufig die Hauswände. Das Entfernen der Nester ist strafbar. Appel vermutet jedoch, dass einige Leute die Nester dennoch entfernen: „Es wird dann einfach nicht zur Anzeige gebracht.“

Im Frühjahr werden dann hoffentlich die ersten Schwalben einziehen. Und vielleicht bringen sie ja dann ganz Gasterfeld Glück.

Quelle: HNA

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