Familie Schwarz aus Wenigenhasungen lebt mit vier Generationen unter einen Dach

Neuigkeiten gibt’s in der Küche

Sie leben als vier Generationen in Wenigenhasungen unter einem Dach: (von links) Robert Schwarz, Denise Schwarz, Marie Tiedge, Anneliese Schwarz und Gerhard Schwarz. Foto: Laumann

wolfhagen. Das jüngste Mitglied der Familie ist gerade einmal zwei Wochen alt. Aber Justus David schaffte bereits etwas Besonderes: Er machte aus dem Schwarz’schen DreiGenerationen- ein Vier-Generationen-Haus. Uroma Marie Tiedge (92 Jahre), die Großeltern Anneliese (59) und Gerhard (60) Schwarz sowie die Eltern Denise und Robert Schwarz (beide 30) wohnen mit ihm in Wenigerhasungen. Unter einem Dach.

Als Drei-Generationen-Haus leben Schwarzes schon länger. Robert erinnert sich an seine Schulzeit. „Oma hat nach meinen Schwestern und mir geschaut und für uns gekocht.“ Robert zog es nach dem Abitur mit seiner späteren Frau für Studium und Berufseinstieg nach München: Den Kontakt zur Heimat haben sie nie verloren. Heimat, das ist für Schwarzes Wolfhagen. Hier wohnt die Familie, hier ist ihr Lebensmittelpunkt. „Uns gefällt das Dorfleben, Kassel war keine Option für uns“, sagt Denise.

Als der Job es möglich machte, kehrten sie und Robert vor zwei Jahren zurück - und zogen in das Haus von Roberts Eltern. „Es hat sich so ergeben“, sagt Vater Gerhard. „Ohne tagelange Diskussionen“, sagt Denise. „Wir waren regelmäßig hier, wussten, worauf wir uns einlassen. Es ist harmonisch, es gibt keine knallenden Türen oder so.“

Vielleicht liegt es am Rezept: Viel kann, nichts muss. Keine Generation drängt sich der anderen auf. „Wir haben alle unsere eigene Wohnung, jeder seinen eigenen Eingang“, erklärt Robert. Unter der Woche gehen alle ihrem Job nach. Ein Treffpunkt ist die Küche der Eltern. „Dort tauschen wir abends Neuigkeiten aus“, sagt Denise. Am Wochenende kommen die vier Generationen zusammen, zum Frühstück, Kaffee trinken oder zur Gartenarbeit.

Für Denise sind es oft Kleinigkeiten, die das Zusammenleben ausmachen. „Gerhard bringt uns samstags Brötchen mit, und Anneliese hängt die Wäsche auf, wenn ich nicht dran gedacht habe.“ Für die Schwiegereltern eine Selbstverständlichkeit. „Solange man es kann, geht man den Weg“, sagt Gerhard Schwarz. Wohl wissend, dass es eines Tages anders herum ist. „Das Leben besteht aus Geben und Nehmen“, sagt er. Um die Zukunft ist den Schwarzes jedenfalls nicht bange:„Wer weiß, was sie bringt, wo es uns, Robert, Denise und Justus David noch hinverschlägt“, so der Vater. Er ist sicher:; „Ein Mittelpunkt wird sich immer finden.“

Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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