Neujahrsempfang Fritzlar: Leere Kasse, viele Investoren

Fritzlar. In Fritzlar wird investiert, auch wenn die Kassen der Stadt leer sind: Mit dieser Nachricht verbreitete Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange beim Neujahrsempfang in der Fritzlarer Stadthalle am Sonntag Optimismus.

Trotz Unterfinanzierung und Haushaltsdefizit sieht er gute Perspektiven für die Dom- und Kaiserstadt. „Investoren legen auch in Krisenzeiten ihr Geld gern in Fritzlar an“, sagte Lange und nannte einige der Projekte, die in diesem und den nächsten Jahren verwirklicht werden sollen, ohne die Stadtkasse wesentlich zu belasten:

• 21 neue Wohnungen sollen auf dem St.-Wigbert-Gelände in der Altstadt entstehen,

• neues Bauland wird am Galberg, in der Alten Kasseler Straße und im Hohlen Graben erschlossen,

• die ev. Kirche eröffnet demnächst die neue Kinderkrippe für unter Dreijährige, • das Brauhaus 1880 wird erheblich erweitert,

• das Hospital erhält einen neuen OP-Trakt für über 7 Mio. Euro,

• der Energieversorger EWF wird eine Erdgastankstelle einrichten,

• ein Ärztehaus ist in der Planung.

Volle Stadthalle beim Neujahrsempfang in Fritzlar

Bei den städtischen Investitionen geht es 2011 eher moderat weiter: Man werde angesichts des Haushaltsdefizits in diesem und dem nächsten Jahr „etwas kürzer treten“, sagte Lange. Dafür sollen die Fritzlarer Einwohner an Planungen für die Kernstadt beteiligt werden, etwa an der Umgestaltung des Marktplatzes und an einem neuen Konzept für das Regionalmuseum im Hochzeitshaus.

Garnison ist wichtig

Wie wichtig die Sicherung des Bundeswehrstandortes für Fritzlar sei, hob Lange hervor. Ihn gelte es für das neue Jahrzehnt gut zu positionieren, er sei für die gesamte Region von großer Bedeutung.

General Jürgen Setzer, Kommandeur der Luftbeweglichen Brigade 1, bezeichnete die Garnison in Fritzlar als d a s Kompetenzzentrum für den Kampfhubschrauber Tiger. „Wir erfüllen alle Voraussetzungen für die Ausbildung und den Betrieb mit dem Tiger“, betonte er. Alle fertigen Tiger-Hubschrauber kämen in diesem Jahr nach Fritzlar, sagte er. Inzwischen gebe es am Standort neun Exemplare der Hubschrauber.

Setzer bedankte sich bei den Menschen der Stadt Fritzlar für die Rückendeckung, die seine Soldaten hier jederzeit erführen.

2011 werde das Jahr der Entscheidungen, was Truppenreduzierungen und die Vorbereitung auf die Einsätze in 2012 angehen, sagte der General. Er forderte eine ausreichende Attraktivität der Bundeswehr, um nach der Aussetzung der Wehrpflicht qualifizierte junge Leute interessieren zu können für diese Laufbahn. Um künftige Auslandseinsätze leisten zu können, müsse zudem die Ausrüstung auf dem neuesten Stand sein.

Quelle: HNA

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