Ab 2012 ist die Stadt wieder Mitglied der Musikschule

Neukirchen macht mit

Neukirchen. Neukirchen tritt wieder der Musikschule Schwalm-Eder bei. Mit 5500 Euro wird sie sich ab Januar 2012 wieder an der Einrichtung für musikalische Erziehung beteiligen. Das hat das Parlament mit einer knappen Mehrheit aus SPD, UBL und Grünen beschlossen.

Die SPD hatte den Antrag zur Wiederaufnahme in die Musikschule ins Parlament eingebracht. „Das ist eine Form der interkommunalen Zusammenarbeit, die wir unterstützen wollen“, sagte Fraktionsvorsitzender Bernd Grossmann. Neukirchen war 2009 als einzige Kommune aus der Musikschule ausgetreten, weil die Beiträge erhöht worden waren.

Zurzeit müssen die Kinder, die dort Musikunterricht nehmen, einen höheren privaten Anteil zahlen als die Kinder aus Gemeinden, die Mitglied sind. Aktuell besuchen 60 Kinder aus Neukirchen die Musikschule Schwalm-Eder Mitte. Sie zahlen monatlich 20 Euro mehr als Kinder, die aus Mitgliedsgemeinden stammen.

Horst Möller (CDU) sagte, Neukirchens Haushaltslage sei immer noch sehr angespannt, gleichwohl sei musikalische Früherziehung wichtig. Aber er zweifele die Wirtschaftlichkeit der Musikschule an, die die Beiträge von 61 auf 73 Cent pro Einwohner für die Gemeinden erhöht habe. Zudem gebe es auch genügend privaten Musikunterricht in der Gemeinde.

Kosten gestiegen

Helmut Reich (FDP) unterstützte dies. Mit der Fusion der Musikschule seien die Verwaltungskosten noch gestiegen statt gesunken wie zunächst angenommen. Das sei der Grund gewesen, warum Neukirchen aus dem Kontrakt ausgestiegen war. Außerdem wurde der Beitrag für die Kommunen erhöht, während der Kreis immer noch den gleichen Satz bezahle. Damit werde die Verantwortung auf die Kommunen verschoben. Die Haushaltslage Neukirchens sei mit dem ausgewiesen Defizit von 800 000 Euro dramatisch. Selbst wenn sich dies wegen der guten Wirtschaftslage etwas verbessern würde, gelte für die Zukunft: „Wir müssen auch an die Kleinigkeiten heran gehen“, sagte Reich.

Roland Koellner (FWG) stimmte zu: „Wir haben private Musikschulen, die ihre Arbeit gut machen und der Beitrag ist zu teuer geworden.“

Dieter Garweg (SPD) war sehr überrascht von der Diskussion. Er hatte die Geschäfte der Musikschule in Neukirchen vor der Fusion ehrenamtlich geführt. „Die Zusammenlegung ist damals nicht aus freien Stücken erfolgt“, sagte er. Veronika Backes sagte, das sei allein eine politische Entscheidung gewesen, der Sinn der musikalischen Früherziehung sei nie angezweifelt worden.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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