SPD, Grüne und UBL verlangen Klarheit über die Kosten

Märchenhafte Touristinfo: Pause für die Umbaupläne

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Wie aufwändig und zu welchen Gewerkpreisen soll gebaut werden? Die Mehrheitsfraktionen fordern jetzt eine genaue Kostenaufstellung, bevor der Ausbau des Märchenhauses am Marktplatz startet.

Neukirchen. Wer mit wem? Diese Frage zog sich am Donnerstagabend durch die gesamte Tagesordnung der Stadtverordneten Neukirchen. Die Abstimmungsergebnisse des Stadtparlamentes spiegelten mehrfach zwei Lager wider, so setzten sich die die Fraktionen von SPD, Grünen und UBL in Sachen Märchenhaus mit Ausbau zur Touristikinfo durch.

Bevor nicht eine detaillierte Kostenaufstellung für die Umgestaltung vorliegt, geht es nicht weiter mit dem Projekt.

Bürgermeister Klemens Olbrich zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung aber unaufgeregt: Die damit verbundene Verzögerung von vier Wochen bis zur nächsten Parlamentssitzung sei nicht allzu dramatisch, die vom Kreis zugesagte Förderung in Höhe von 45.000 Euro ist in den Augen des Verwaltungschefs nicht gefährdet.

In der Sitzung im Rathaussaal machte sich CDU-Fraktionschefin Veronika Backes für eine unverzügliche Annahme des Bewilligungsbescheides für das zwischenzeitlich auf 90.000 Euro angewachsene Projekt stark. Ältere Kostenschätzungen hatten sich auf 60.000 Euro belaufen, doch laut Veronika Backes würde der Kostenanteil der Stadt nicht anwachsen.

Auch Helmut Reich (FDP) warnte lebhaft vor einer Unterbrechung des seit drei Jahren laufenden Prozesses, in den viele Ehrenamtliche eingebunden seien, „die darf man nicht vors Schienbein treten“. Reich sprach von Verhinderer-Anträgen.

Doch Martin Fehrmann (SPD) blieb dabei, ein Stopp zur Hinterfragung der Einzelheiten sei richtig. Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Bernd Grossmann ausgeführt, die Umwandlung von drei Zimmern zu einem Büro dürfe nicht 90.000 Euro kosten.

Holger Arndt (B90/Grüne) bemängelte, dass Posten wie Abbrucharbeiten in Höhe von 12.000 Euro zu üppig bemessen seien, Helga Puhl (UBL) sprach von explodierten Kosten, ihre Fraktion sei von vornherein gegen den Ankauf der zweiten Gebäudehälfte gewesen.

Eine zehnminütige Sitzungsunterbrechung brachte keine Bewegung: Mit 16 Stimmen setzten sich SPD, Grüne und UBL gegen CDU, FDP und FWG durch (13 Stimmen).

Der Umbau

Die Pläne sehen Durchbrüche zwischen dem Märchenhaus (Marktplatz 10) und dem bisherigen Wohnhaus (10a) vor. In dem zugekauften Gebäudeteil soll die Touristikinfo einziehen, der Zugang soll barrierefrei werden, ebenso wie eine einzubauende öffentliche Toilettenanlage. Durch die Verbindung von Märchenhaus und Touristikbüro sollen der Personaleinsatz effizienter, die Öffnungszeiten großzügiger und das gesamte, touristische Angebot besser werden.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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