Neun Windräder im Markwald Beuerholz sollen Strom erzeugen

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Umweltfreundliche Energie: Seit 2003/2004 erzeugen die Windkraftanlagen der Familie Göbel am Geschellenberg bei Hilgershausen Strom. Drei weitere Windräder stehen auf der Wolfsplatte bei Hesserode.

Felsberg. Am Ende der fast dreistündigen Gesprächsrunde im Bürgersaal sprach Bürgermeister Volker Steinmetz vom "größten Energieprojekt in der Geschichte Felsbergs". Entlang des Zimmermannsweges im Markwald Beuerholz sollen künftig neun Windkraftanlagen Strom erzeugen.

Bis zum 28. Januar 2014 liegt der Vorentwurf des Bebauungsplanes für den Windpark Markwald im Felsberger Rathaus öffentlich aus. Das Stadtparlament hatte im Juni die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen.

Die Ventotec GmbH aus Leer will den Windpark bauen. Die Betriebsführung werde die Tochter ITEC übernehmen, sagte Projektentwickler Eugen Firus. Die Investition werde bei 40 Millionen Euro liegen, erklärte er auf HNA-Anfrage.

In der sachlichen, von Dr. Danuta Kneipp moderierten Diskussion wurden viele Fragen gestellt, es gab jedoch keinen Widerstand gegen das Projekt. "Wir wollen frühzeitig informieren und die Bürger beteiligen , betonte der Bürgermeister. Es sei ein ergebnisoffener Prozess.

Ein Windrad soll nach den Worten von Steinmetz ein Bürger-Windrad werden. Und welchen Gewinn hat die Stadt? Eigentümer des Waldes ist die Markwaldgenossenschaft Beuerholz. Die Stadt ist Steinmetz zufolge mit über 50 Prozent Miteigentümer des Waldes. Es werde aus der Windkraft Pachterträge geben. "Nennenswerte Beträge", formulierte Steinmetz, auch wenn er über die Größenordnung nichts sagen könne. "Wir werden von der Wertschöpfung nicht profitieren", merkte ein Bürger kritisch an. Steinmetz dazu: "Wir wollen einen wirtschaftlichen Nutzen haben, wollen auch Gewerbesteuereinnahmen erzielen." 70 Prozent der Gewerbesteuer "bleiben hier", sagte dazu Projektentwickler Firus. Er hofft auf einen Baubeginn im nächsten Jahr. Wann die Windräder ans Netz gehen, konnte er nicht sagen.

Die Windräder werden bis zu 200 Meter hoch sein und neben dem 350 bis 380 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Zimmermannsweg montiert. Dafür müssen Waldwege verbreitert werden.

"Wir wollen so wenig Wald wie möglich roden", versicherte der Projektentwickler. Und es werde auch wieder aufgeforstet. Vertreter der Landesregierung und des Regierungspräsidiums versprachen, es werde auf alle Belange des Naturschutzes Rücksicht genommen. Sensible Räume wie Vogelschutzgebiete würden nicht berührt. Es gebe auch keine dauerhaften Nachteile für die Jagd und keine Bedenken, was den Artenschutz angehe.

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Quelle: HNA

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