Passanten und Internetnutzer kommentieren die Spitzelaffäre

Meinungen zur Spitzelaffäre: Nicht alles "Ernst" nehmen

Fritzlar. Der Streit um ein Disziplinarverfahren in der Kreisverwaltung spaltet nicht nur die Parteienlandschaft. Viele Menschen in Fritzlar schütteln den Kopf über den Streit, den SPD-Politiker Karl Heinz Ernst und Kreisveterinär Dr. Hans-Gerhard Heil austragen. Wir haben in der Fritzlarer Fußgängerzone Passanten zum Thema befragt.

Dirk Siemon

„Diese Diskussion hat nichts in der Öffentlichkeit zu suchen“, sagt Dirk Siemon aus Fritzlar. Wenn Heil tatsächlich seiner Dienstpflicht nicht nachgekommen sei, sei dass ein Fall, der zwischen dem Veterinär und seinem Chef geklärt werden müsse. Siemon ist sich sicher, dass die Geschichte absichtlich vor der Kommunalwahl öffentlich gemacht wurde. „Aber so etwas darf vor der Wahl kein Thema sein“, sagt Siemon.

Wolfgang Kleinschmidt

Auch andere Passanten in der Fritzlarer Fußgängerzone teilen die Meinung. Dieses Thema sei etwas unter Nachbarn, nichts für die breite Masse. Dennoch kritisieren sie die Vorgehensweise von Ernst: „Das sind ja Methoden wie in der DDR“, moniert eine Frau. Andere Passanten interessierten sich erst gar nicht für das Thema.

Wolfgang Kleinschmidt aus Fritzlar ist der Meinung, dass die Diskussion „provinziell“ sei: „Als ob man nichts anders zu tun hätte“, kritisiert er die Debatte. Für ihn schlimm: Ein Nachbarschaftsstreit sei wichtiger als die Katastrophe in Japan und der Krieg in Libyen. „Das kann einfach nicht sein“, sagt Kleinschmidt.

Fritzlar verlassen?

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Auch auf www.hna.de wird das Thema diskutiert. Wie es im Internet üblich ist, äußern sich die Nutzer dazu unter einem Pseudonym.

Der User Igitt hat eine klare Meinung zu Ernst: „Maschendrahtzaun! ... Wenn ich so nen Nachbar hätte – ich weiß nicht was ich machen würde. Und dann ist er noch Volksvertreter.“ Manse rät: „Wenn das wirklich der Fall sein sollte, dass der Herr Ernst den Herrn Heil bespitzelt hat, würde ich an der Stelle von Herrn Ernst Fritzlar verlassen.“

Diskutiert wird auch, ob die Anschuldigungen gegenüber Heil in Zusammenhang mit der Kommunalwahl am Sonntag stehen. „Die Angelegenheit hat im Wahlkampf nichts verloren. Der CDU gehen die Argumente aus, darum wird jetzt schmutzig versucht Wählerstimmen zu holen“, schreibt Fritzlarer. Der Zeitungsleser sieht das ähnlich: „Hoffentlich ist der Wahlk(r)ampf bald vorbei, damit das Gezicke und die Stänkereien mal wieder weniger werden.“

Mo hat ein knappes Fazit: „Man sollte nicht alles so „ernst“ nehmen! :-)“

Auch Sie können sich auf www.hna.de an der Diskussion um die Affäre beteiligen oder Ihre Meinung in einem Leserbrief äußern.

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Von Jessica Bassing

Quelle: HNA

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