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Nicht einfach in die Tonne - Abfallmanagement bei B. Braun

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Mann fürs Recycling: Karsten Hellmuth weiß, was bei B. Braun mit den Dingen passiert, die andere in die Tonne werfen. Der 43-Jährige schließt Entsorgungsverträge ab und kümmert sich um die Wiederverwertung.

Melsungen. Gelber Sack, Restmüll und Papiertonne reichen für die Mülltrennung bei B. Braun in Melsungen nicht aus. Dort wird der Abfall in 70 Fraktionen aufgeteilt.

Karsten Hellmuth weiß, wo das landet, was seine Kollegen nicht mehr brauchen. Er kümmert sich bei B. Braun in der Abteilung für Umweltschutz um das Abfallmanagement. Der 43-Jährige behält auch bei den Mengen an Abfall stets den Überblick. 11 500 Tonnen waren es im vergangenen Jahr. 97 Prozent davon wurde wiederverwertet.

Die Abteilung Umweltschutz gehört zusammen mit Arbeitssicherheit, Werkschutz, Werkfeuer und Strahlenschutz zu dem Bereich Betriebssicherheit. Sitz der Mitarbeiter ist das Werk A. Dort steht auch der Schreibtisch von Hellmuth. Von dem aus bringt der Baunataler Entsorgungsverträge unter Dach und Fach.

„Das spannendste Thema ist für mich der Wiederverkauf des Abfalls“, sagt Hellmuth. Das sei ein bisschen wie an der Börse zu spekulieren – täglich ändern sich die Preise für Kunststoff und Metall. „Am besten ist es, wenn es null auf null aufgeht“, sagt der 43-Jährige. Sein Job besteht aber nicht nur aus Büroarbeit. Er kennt sich in den unterschiedlichen Melsunger Werken bestens aus.

Hellmuth weiß genau, wo welcher Abfallbehälter steht und wann er geleert werden muss. „Wenn die Behälter voll sind, muss schlimmstenfalls die Produktion gestoppt werden“, sagt Hellmuth.

Klaus-Dieter Zielke

Der Großteil des Abfalls bei B. Braun ist Wasser, das vor der Einleitung ins Abwasser behandelt werden muss. „Manches recyceln wir auch vor Ort“, sagt Hellmuth. So wird der Kunststoff aus der Produktion von Infusionsflaschen gleich in Melsungen eingeschmolzen und wiederverwertet. Auch, was durch die Schornsteine von B. Braun in die Luft gepustet wird, hat der 43-Jährige im Blick. „Die Werte müssen unter den Umweltlimits bleiben“, erklärt Klaus-Dieter Zielke, Leiter des Bereichs Betriebssicherheit und Umweltschutz.

Hellmuth arbeitet seit zehn Jahren bei B. Braun in Melsungen. Langweilig wird es ihm in seinem Job – der irgendwie eine Mischung aus Chemiker, Börsenmakler und Logistiker ist – nicht. Ganz im Gegenteil: Auch Zuhause lässt ihn das Thema Umweltschutz nie ganz los. „Manchmal zum Leidwesen meiner Familie“, sagt Hellmuth und lacht. Er halte auch seine Frau und die zwei Kinder zur Mülltrennung an. Obwohl Hellmuth den ganzen Tag mit Abfall zutun hat: Sein Job stinkt ihm keinesfalls.

Quelle: HNA

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