Nach Messerattacke: Es war nicht die erste Tat des 14-Jährigen

Das Opfer: Raufi Junos wurde vor einer Woche von dem 14-Jährigen in seinem Geschäft am Homberger Marktplatz überfallen. In der Kasse hat er nur noch wenig Bargeld. Foto:  Brandau

Homberg. Der 14-jährige Messerstecher, der am Montagabend einen Drogeriemarkt in Homberg überfiel, hatte bereits in der vorigen Woche einen Markt überfallen. Doch nun ist dessen Inhaber Raufi Junos erleichtert.

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Der Jugendliche, der in der vergangenen Woche sein Geschäft am Homberger Marktplatz überfallen hatte, ist gefasst. Der 14-Jährige, der am Montag zwei Männer vor einem Homberger Drogeriemarkt niedergestochen hatte, hat nach Angabe der Kriminalpolizei auch diese Straftat gestanden. Bei dem Überfall in der vorigen Woche hatte er versucht, Zigaretten zu erbeuten - allerdings erfolglos. Der Ladenbesitzer wehrte sich, der Junge floh ohne Beute.

„Ich will alle Zigaretten. Sonst bist du tot.“

Doch der Schreck steckt dem 46-jährigen Inhaber des Lebensmittelmarkts noch immer in den Gliedern. Vor einer Woche saß er wie jeden Nachmittag an der Kasse des Geschäftes, das er am Homberger Marktplatz betreibt.

Während Raufi Junos telefonierte, fiel ihm ein Jugendlicher auf, der ständig an seinem Schaufenster vorbei ging und immer prüfend nach drinnen blickte.

Kaum aber hatte Junos den Hörer aufgelegt, betrat der junge Mann wortlos den Markt. In der Hand hielt er einen Zettel. Darauf war zu lesen: „Ich will alle Zigaretten. Sonst bist du tot.“

Der Räuber war so jung

Raufi Junos las den Text -und spürte keine Angst. „Ich weiß nicht, was mit mir los war, aber ich hatte überhaupt keine Angst“, sagte er gestern unserer Zeitung. „Der Räuber war doch noch so jung. Ich habe ihn einfach angeschrien, dass er sofort gehen soll.“ Der Jugendliche habe sich vom Geschrei beeindrucken lassen, er verließ das Geschäft tatsächlich. Erst später, sagt er, habe er an das Messer gedacht, dass der Junge in der Hand gehalten habe.

Auch wenn er noch nie das Opfer eines Überfalls gewesen sei, sagt der 46-Jährige, habe er in dem Moment, als ihm der Junge den Zettel hinhielt, gewusst, um was es geht: Nämlich im Zweifel um sein Leben.

Raufi Junos hatte keine Angst, so lange der Täter im Laden war. Aber jetzt, wo die Gefahr vorbei ist, jetzt spürt er sie doch. Vor allem ist er in Sorge um seine Frau, die wie er auch oft allein im Geschäft ist. In der Kasse jedenfalls hat er nicht mehr viel Bargeld.

Als er gestern hörte, dass der Täter erst vor wenigen Wochen 14 Jahre alt wurde, war Junos sprachlos. Damit steht er wohl nicht allein.

Quelle: HNA

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