Nicht nur die Zahnpasta: Ein Jahr Genossenschaftsladen in Kleinenglis

Ein Jahr im Genossenschaftsladen: Manuela Lang, Wilhelm Plock und Sonja Koch (von links) sind zufrieden mit dem Lädchen für alles und wollen weiterarbeiten. Foto: Dellit

Kleinenglis. Es war ein Experiment, als in Kleinenglis ein Lebensmittelladen der besonderen Art eröffnet wurde. Dazu hatten Einwohner eine Genossenschaft gegründet, Tegut beliefert den Laden, der Ausbildungsverbund Starthilfe beschäftigt die Mitarbeiter.

Ein Jahr ist seit der Eröffnung vergangen, und nun wird Bilanz gezogen. Das Wagnis hat sich gelohnt, sind sich Sonja Koch und Wilhelm Plock einig. Sie bilden gemeinsam mit Günter Spohr, Michaela Rzaczek und Werner Krell Vorstand und Aufsichtsrat.

„Wir liegen im grünen Bereich.“

Funktionieren kann ein solcher Laden nur, wenn die Menschen aus dem Dorf auch wirklich dort einkaufen und nicht nur, wenn am Abend mal eine Tube Zahnpasta fehlt. Es reiche auch nicht, wenn nur die Älteren kommen, war man sich vor einem Jahr einig.

„Wir liegen im grünen Bereich“, sagt Wilhelm Plock über die Bilanz des Ladens. Allerdings müsse man genau aufpassen, so seien etwa die Energiekosten für die Kühlung hoch. Doch nach Gesprächen mit dem Versorger habe man einen besseren Tarif bekommen.

Die mittlere Generation nutze den Laden genauso wie die Kinder, die mit dem Bus in der Dorfmitte ankommen, wo das Geschäft angesiedelt ist.

Immerhin 4000 unterschiedliche Waren hat das „Lädchen für alles“ im Sortiment. Bis es soweit war, hat das Team um Ortsvorsteher Wilhelm Krell viel Arbeit gehabt. Überzeugungsarbeit. So mussten Menschen gewonnen werden, die Genossenschaftsanteile zeichnen. 249 sind es zurzeit, neue Genossen sind willkommen.

Mit der Starthilfe habe man einen guten Partner gefunden, lobt Plock. Sie sei auch selbst Kunde und kaufe im Laden für die eigene Küche ein, auch schon mal Gemüse, bevor es schlecht wird. Die Starthilfe sorgt auch dafür, dass im Lädchen ausgebildet wird: zwei Auszubildende seien es zurzeit.

Fest angestellt sind Manuela Lang als Chefin und ihre Kollegin Stefanie Schmidt, dazu kommen zwei 400-Euro-Kräfte. Eines sei ganz wichtig, sagt Plock: „Wir bezahlen Tariflohn.“ Eine Verkäuferin in Teilzeit wird noch gesucht.

Es sieht also gut aus für den Genossenschafts-Laden. Und wenn es nach Vorstand und Aufsichtsrat geht, kann es weitergehen mit dem Wagnis in Kleinenglis. Es gebe aber noch ein paar Formalitäten zu erledigen.

Auch Elke Junger (Starthilfe) zeigte sich zufrieden. Der Umsatz sei stabil und reiche für die Kosten aus. Die Verträge mit den Mitarbeiterinnen seien bereits um ein Jahr verlängert worden. Das Wagnis scheint gelungen.

• Feier zum einjährigen Bestehen am Freitag, 26. September, ab 12 Uhr im und am Laden, Mittagessen, Kaffee, Kuchen, Programm der Kinder.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Kommentare