Viele Argumente wurden ausgetauscht, eine Einigung gab es indes im Wasserstreit nicht

Besser Wasser: Nichts mehr im Fluss

Volles Haus: Mehr als 150 Teilnehmer waren zur Bürgerversammlung zum Thema Wasserversorgung in Besse gekommen. Im Vordergrund Bürgermeister Karl-Heinz Färber und Bauamtsleiter Norbert Hofmann. Fotos: Dewert

Besse. Noch läuft das Besser Wasser durch die Leitungen des Edermünder Ortsteils. Und es polarisiert. Mehr als 150 Teilnehmer waren am Dienstagabend ins Dorfgemeinschaftshaus zur zweiten Bürgerversammlung zum Thema gekommen. Und eines wurde deutlich: Die Besser wollen ihr Wasser behalten.

Unter Regie der Gemeinde. Die wiederum möchte die Rechte an das Gruppenwasserwek (GWW) abgeben, unter anderem um die anstehenden Investitionskosten nicht alleine tragen zu müpssen. Etwa zwei Millionen Euro könnten das in den nächsten Jahren sein, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Färber.

Geld, dass nach Meinung von Stephan Klüttermann (Besse) in den 1,80 Euro je Kubikmeter von den Bessern bereits bezahlt werde.

Etwa 180 000 Euro zahlen die Besser für ihre 120 000 Kubikmeter, die sie jährlich verbrauchen, an die Gemeinde.

Keiner könne garantieren, wie lange das Gruppenwasserwerk das Besser Wasser tatsächlich einspeise, merkte Lothar Mandler (Besse) an. Außerdem sei das Besser Wasser besonders weich. Die Rechte an den Quellen fielen an die Gemeinde zurück, wenn das GWW diese nicht nutze, entgegnete Färber. Und das Wasser des GWW habe ebenfalls den Härtegrad 2, auch wenn etwas mehr Kalk enthalten sei.

Die Eigentumsfrage beschäftigte auch Jutta Meyl-Sievers aus Besse. Die Gemeinde werde lediglich die Rechte abtreten, die Quellen blieben Gemeinde-Eigentum, sagte Färber.

Willy Leidheiser wollte wissen, wie sich das Defizit von etwa 50 000 Euro beim Wasserhaushalt genau zusammensetze. Das entstehe ausschließlich durch den Zukauf des Wassers beim GWW, so die Antwort des Bürgermeisters. Die 1,80 Euro reichten in etwa zur Deckung des laufenden Betriebs. Leidheiser wies indes daraufhin, dass im bestehenden Vertrag der Gemeinde mit der Waldgenossenschaft eine Abgabe von Wasser an das Grupenwasserwerk bis 2027 untersagt sei.

Nur noch 20 Prozent der Investitionen ins Leitungsnetz müsste die Gemeinde nach einem Beitritt zum GWW zahlen. Nicht ganz richtig, schränkte Wolfgang Poppitz (Besse) ein. Über den Wasserpreis von 1,80 Euro würden alle an den Kosten beteiligt.

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Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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