Niedenstein setzt bei Breitbandausbau auf Richtfunk-Lösung

Niedenstein. Die Breitbandversorgung in Niedenstein kann gelinde gesagt als katastrophal bezeichnet werden: "Wir sind im gesamten Stadtgebiet deutlich unterversorgt", sagt Bürgermeister Werner Lange.

In den meisten Haushalten würden nicht einmal Bandbreiten von einem 1 Mbit/s erreicht. Die gute Nachricht ist, noch in diesem Jahr sollen die Haushalte mit bis zu 6 Mbit/s versorgt werden können. Als Technik werde wohl Richtfunk zum Einsatz kommen. Eine Glasfaseranbindung sei nicht zu realisieren. "Die hätten wir gerne gehabt, ist aber unbezahlbar", sagt Lange. Auch mit einer Richtfunkverbindung seien Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s möglich.

Entscheidung im Frühjahr

In den kommenden Wochen falle die Entscheidung der Telekom, ob man deren Kabelverzweiger in den Stadtteilen nutzen dürfe, berichtet Ralf Krug von der Stadt. Mit zwei Anbietern der Richtfunk-Technologie habe man bereits Gespräche geführt und erste Angebote eingeholt.

Sollte die Telekom zustimmen und die Anschubfinanzierung der Unternehmen nicht über 100.000 Euro liegen, könnte es an die Umsetzung gehen, sagt Krug weiter. Diese Summe stehe im Haushalt für die Breitbandanbindung bereit. Eigentlich sollte die Umsetzung bereits im vergangenen Jahr erfolgen, wurde aber wegen Haushaltsengpässen in dieses Jahr verschoben. "Unsere fehlende Internet-Infrastruktur ist ein Standortnachteil", sagt Lange. Dieses Problem müsse unbedingt angegangen werden.

Sollte es zu Einigung kommen, werde die Lösung den Einwohner öffentlich präsentiert. Denn einen Haken habe die Richtfunklösung. Die Haushalte müssten den Anbieter wechseln. Die beiden Unternehmen, die derzeit im Gespräch seien, würde das Angebot jeweils exklusiv vertreiben. "Zu marktüblichen Preisen", wie Lange betont.

Keine Gesundheitsgefahr

Für die Richtfunktechnik würden bereits vorhandene Masten mit entsprechenden Empfängern bestückt. Für das Signal muss Blickkontakt zu sen Sendemasten bestehen. Die Richtfunkstrahlen seien auf einen engen Radius beschränkt, eine gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe nicht, sagt Lange.

An den Verteilerkästen der Telekom würden die entsprechenden Empfänger angebracht. Das Internet würde dann über die Verteilkästen und die Kupferleitungen in die Haushalte gelangen. Lokale Empfänger an Häusern seien nicht notwendig, erklärt Krug.

Bei den Firmen handelt es sich um OR-Network aus Grünberg, die bereits in über 170 Orten in Hessen eine alternative Breitbandversorgung sicherstellen und um ACO aus Kassel. Das Unternehmen realisierte beispielsweise im Landkreis Kassel Richtfunk-Lösungen für Breitband-Internet.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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