Zentnerweise werden Äpfel bei der Silka-Annahmestelle abgeliefert

Erst liefern, dann trinken: Saft aus eigenen Äpfeln

+
Große Früchte: Steffi Weinert und Manfred Hannig mit zwei Exemplaren der Sorte Doppelter Prinzenapfel, die besonders opulent sind. Für Manfred Hannig aus Oberlistingen ist es eine Herzensangelegenheit, die Äpfel aus dem eigenen Garten abzuliefern.

Niederlistingen. Für Manfred Hannig gehört der Weg zur Äpfel-Annahmestelle von Steffi Weinert und Lutz Knauf schon zur Routine. Seit vielen Jahren liefert der 55-Jährige die Äpfel seiner drei Bäume aus dem eigenen Garten an den Hof.

Klar, dass er auch zum Beginn der diesjährigen Saison seine besonders großen Früchte der Sorte Doppelter Prinzenapfel gegen frisch gepressten Saft eintauscht.

Der Tausch Äpfel gegen Saft ist eines der Bezahlmodelle, die es bei der Annahmestelle von Weinert und Knauf gibt. Wer besonders große Streuobstwiesen und somit viele Früchte besitzt, kann aber ab einer Mindestabgabe von 300 Kilogramm eine reine Vergütung von zehn Euro pro 100 Kilo in Anspruch nehmen.

Der Hof von Weinert und Knauf gehört zur Streuobstinitiative des Landkreises Kassel (Silka), die bereits 1996 gegründet wurde. Ziel des Vereins ist es, zur Pflege und Erhaltung der Streuobstwiesen beizutragen. Aber auch die Vermarktung des regionalen Produktes gehört zu den Aufgaben von Silka.

Manfred Hannig unterstützt die Initiative mit Herzblut, wenn er sagt: „Zum einen schmeckt der Saft aus dem eigenen Garten natürlich besonders gut, andererseits werden keinerlei chemische Zusätze verwendet.“ 21 Flaschen des gesunden und leckeren Apfelsaftes bekommt Hannig diesmal und verlässt zehn Minuten später zufrieden den Hof. Dabei begegnet er Werner Austermühl, der auf der Gabel seines Traktors gut 350 Kilogramm Äpfel geladen hat. Sie wandern direkt auf die große Waage in der Scheune, wo auch die unzähligen Kisten mit dem frischen Saftprodukt aus der Region lagern.

Jute-Säcke für Qualität

Die 43-jährige Steffi Weinert weist auf zwei Dinge hin. Seit kurzem gibt es bei ihr auch Jute-Säcke für die Äpfel zu kaufen. Die Säcke kosten ein Euro pro Stück und sollen dazu beitragen, dass das Motto „Qualität vom Baum bis in die Flasche“ auch Bestand hat, da viele Kunden ihre Äpfel bisher in Plastiksäcken oder -tüten angeliefert hätten.

Zum anderen liefen gerade die Vorbereitungen für das Streuobstfest am Sonntag, 23. September.

Der Weg zum Fest auf dem Lehrpfad zwischen Niederlistingen und Niedermeiser ist beschildert, den Auftakt bildet ab 11 Uhr ein Gottesdienst, dann gibt es Gegrilltes und ab 14.30 Uhr eine Führung auf dem Pfad.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

Kommentare