Schweres Unwetter über Homberg zog Spur der Verwüstung nach sich

Homberg. Fassungslos blickt Timo Rose auf die verkohlten Balken, die einmal das Dach seines Einfamilienhauses trugen. Drei Jahre erst wohnt er in Welferode, sein Haus baute er selbst aus. Am Mittwoch war dort gegen 17.30 Uhr der Blitz eingeschlagen.

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„Ich realisiere jetzt erst, was eigentlich passiert ist“, sagt der 36-jährige Computerexperte und schluckt schwer. Beim Fliesenlegen im Keller hörte Rose ein lautes Krachen, konnte im Obergeschoss aber zunächst keine Schäden entdecken. Dann klingelte ein Nachbar Sturm, weil es aus dem Dach rauchte. „Und plötzlich ging alles ganz schnell“, erinnert sich Rose.

Das Dach brannte lichterloh. 25 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Doch es gab keine Rettung für das Dachgeschoss, es brannte komplett aus. Die Kriminalpolizei schätzte den Schaden auf 150 000 Euro.

Nach den Löscharbeiten halfen Nachbarn Timo Rose, den Dachstuhl mit Planen abzudecken. Am Morgen danach ist der 36-Jährige, der unverletzt blieb, noch sehr mitgenommen. „Wenn ich woanders gestanden hätte, vielleicht hätte mich der Blitz dann getroffen“, schaudert er.

Erleichtert ist auch Walter Wilks aus Roppershain. „Es gab nur Sachschäden, die kann man ersetzen.“ In seinem Vierseithof hatte während des Gewitters mit Stark- regen ebenfalls am Mittwochabend der Blitz eingeschlagen. Da Wilks damit beschäftigt war, Schlamm- und Wassermassen vom Hof zu beseitigen, bemerkte er zunächst nicht, dass es auf dem Heuboden schwelte. Eine Nachbarin alarmierte ihn. „Dann gab es eine plötzliche Entzündung durch den Staub auf dem Heuboden und alles stand in Flammen“, berichtet er.

Großbrand in Roppershain

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Zahlreiche Feuerwehrleute, die gerade in Roppershain Keller leerpumpten, eilten zur Hilfe. Bis auf einen Brandschützer, der von herabstürzenden Balken getroffen wurde, wurde niemand verletzt. Er hat das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Auch 100 Mastschweine, 15 Bullen und fünf Kälbe wurden rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Einfach war das nicht, denn im Stall fühlten sich die Tiere sicher. „Das ihr Haus“, erklärte Wilks. „Da wollten sie nicht raus.“ Der Stall sei vermutlich ein wirtschaftlicher Totalschaden, deshalb verkaufte Wilks seine Schweine kurzfristig an einen anderen Landwirt, der sie weiter mästen wird.

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Sonst waren die Folgen des Unwetters überschaubar. In Lendorf trat der Lembach über die Ufer, Straßen wurden gesperrt. Am Donnerstag reinigten Irene Döring, Heinrich Semmler, Ingeborg und Otto Klepp eine vollgelaufen Garage und eine Fahrzeughalle vom Schlamm. „Wir hatten größere Schäden befürchtet“, sagen sie.

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Quelle: HNA

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