Wie Helmut und Anni Weingarten ihre Liebe geheim hielten

Anni und Helmut Weingarten bei der Hochzeit vor 60 Jahren. Fotos: Wenderoth (1), privat (1)

Mosheim. Ihre Liebe mussten sie anfangs geheim halten - am Donnerstag feiern Helmut und Anni Weingarten Diamantene Hochzeit.

Das Jubelpaar hat drei Kinder und vier Enkel und kennt sich seit über 66 Jahren. Anni Weingarten (geborene Pfannkuche) war 15 Jahre alt, als sie den damals 18 Jahre alten Helmut auf der Hochzeit seiner Cousine kennenlernte. Helmut wohnte in Körle, Anni in Mosheim. Drei Jahre lang schrieben sie sich nach dem Fest heimlich Briefe. „Meine Eltern durften ja nicht wissen, dass sich zwischen uns beiden etwas angebahnt hatte“, sagt Anni Weingarten. Nur die Postbotin habe etwas geahnt.

Die Briefe gibt es noch. Sie haben den beiden auch Kraft gegeben, als beispielsweise einmal eine Operation anstand.

Das Ehepaar teilt sich in Mosheim das Geburtshaus der Jubilarin mit Kindern und Enkeln. Dort wohnen die beiden seit ihrer Hochzeit.

Anni und Helmut Weingarten

Anni Weingarten war über 20 Jahre lang Rechnerin (Kassiererin) bei den Waldinteressenten. Dieses Amt hatten vor ihr schon ihr Großvater und der Vater inne. Da war es selbstverständlich, dass sie es weiterführen musste. Nach wie vor ist sie bei den Landfrauen aktiv.

Schreinermeister Helmut Weingarten spielte gerne Handball. Seine Ausbildungszeit absolvierte er bei der Schreinerei Mehlburger in Melsungen während der letzten Kriegsjahre und kurz danach. „Wir mussten Särge herstellen für das Lazarett in Melsungen. Das Holz dafür haben wir im Stadtwald selbst geschlagen.“

Neben ihrem Beruf hatte das Paar eine eigene Landwirtschaft und eine kleine Imkerei. Am Abend und am Wochenende wurde auf dem Hof gearbeitet. Einen ersten Urlaub verbrachten sie im Zelt mit Familien aus dem Bekanntenkreis an der Ostsee. Zeit für lange Urlaube blieb aber nicht.

Bis vor einem Jahr haben die beiden noch ihren eigenen Garten bewirtschaftet, doch gesundheitliche Probleme lassen dies heute nicht mehr zu. Die 81-jährige Jubilarin hat ihren Mut und ihren Humor nie verloren: „Die Arbeit hat uns jung gehalten.“ Das schmucke Bauernhaus zeugt an vielen Stellen von der Handwerkskunst des Schreinermeisters. Die tadellose Eingangstür zum Haus ist sein Gesellenstück.

„In 66 Jahren habe ich Helmut nie betrunken gesehen. Wir haben immer gern gefeiert, aber immer gewusst, wo die Grenzen sind“, sagt Anni Weingarten. So soll es auch bei der Feier am Donnerstag auf dem Heiligenberg mit rund 40 Gästen sein.

Von Helmut Wenderoth

Quelle: HNA

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