Naturschützer wollen die kleine Eule wieder an der Eder bei Fritzlar ansiedeln

Nisthilfen für die Käuze

Fritzlar. In Marburg wurde er bereits gesichtet, in Melsungen will man ihn schon gehört haben: den Steinkauz. Auch in Fritzlar vermuten die beiden Mitglieder der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Eberhard und Alke Schrader, das Vorkommen der kleinen Eule. Es wurden Federn von einer Rupfung gefunden. Der Steinkauz scheint sich also auch an der Eder aufzuhalten.

Seit den 50-er Jahren ist der Vogel in Nordhessen selten geworden. Das Schwinden von Streuobstwiesen, seinem bevorzugten Lebensraum, hat mit dazu beigetragen, dass die Population stark zurückgegangen ist. Am Taunus, in der Nähe von Frankfurt, ist der gefiederte Geselle noch häufiger zu finden. Jetzt soll versucht werden, ihn auch bei uns erneut anzusiedeln.

Der HGON hat zu diesem Zweck zwei Nisthilfen auf der Streuobstwiese an der Eder, die durch den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gepflegt wird, angebracht - ein verspätetes Geschenk zum 30-jährigen Bestehen des BUND Fritzlar.

Auf der Wiese befinden sich bereits ein Insektenhotel und eine Benjes-Hecke aus aufeinander gestapelten Ästen und Zweigen. Diese bietet zum Beispiel Igeln ein gutes Quartier für den Winterschlaf.

Die Nisthilfen wurden von der Reha-Werkstatt der Hephata in Fritzlar hergestellt. Sie sind mit einem besonderen Mechanismus ausgestattet, der es Nesträubern unmöglich machen soll, sich an dem Steinkauz und seinem Nachwuchs zu vergreifen. Ein Draht, den die Vogeleltern mühelos zur Seite schieben können, löst im selben Moment etwas weiter hinten im Kasten eine zweite Sperre aus. Versucht zum Beispiel ein Marder in den Kasten zu kommen, ist für ihn an der zweiten Absperrung der Weg zu Ende.

„Es kann natürlich Jahre dauern, bis ein Steinkauz die Nisthilfe annimmt und seine Eier darin ablegt“, sagt Alke Schrader. Sie und ihr Mann sowie die Mitglieder des BUND werden die beiden Kästen zukünftig beobachten und pflegen. Alle hoffen, dass sie schon bald die ersten Bewohner der neuen Brutstätten entdecken werden.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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