Noch kein Lärmschutz an der A7 bei Guxhagen in Sicht

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Ärgert sich über den lückenhaften Lärmschutz: Dieter Fischer aus Breitenau kämpft seit Jahren für den Schutz der Anwohner. In einem Ordner hat er alle Unterlagen gesammelt. 

Guxhagen. Einen Lärmschutz für die A 7 fordern die Guxhagener schon seit vielen Jahren. Im Juli dieses Jahres hat die Gemeinde gemeinsam mit Fuldabrück einen Antrag auf Tempo 100 gestellt.

Eine Entscheidung liegt laut der Verkehrsbehörde Hessen Mobil bisher nicht vor. Die Lärmmessung stehe noch aus.

„Ich habe mittlerweile den Kampf aufgegeben“, sagt Dieter Fischer (71) aus Breitenau. Seit 20 Jahren befasst sich der Guxhagener intensiv mit dem Thema Lärmschutz an der A 7. In einem dicken Ordner hat er alle Unterlagen gesammelt - von Tests bis hin zu Schriftwechseln mit Politikern. „Ich habe so viel Zeit und Geld investiert, und alles hat nichts genutzt. Der ganze Ordner liest sich wie ein Märchen.“

Von seinem Garten aus kann Fischer genau auf die Autobahn schauen, über die sich fortwährend ein Lkw an den anderen reiht. „So geht das hier den ganzen Tag. Der Lkw-Verkehr nimmt immer mehr zu.“ Besonders in der Ferienzeit sei es nahezu unerträglich. Nachts bei offenem Fenster zu schlafen „kann man hier vergessen“. Lärmschutz gebe es zwar im Bereich Guxhagen, aber „der wurde damals nur lückenhaft gebaut“, erklärt Fischer.

Guxhagen und Fuldabrück haben sich in Sachen Lärmschutz nun zusammengetan und eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 100 beantragt. „Wenn das klappt, wäre das zumindest ein Anfang“, meint Fischer.

Eine Lösung für das Lärmproblem sieht er darin allerdings nicht. Das sieht auch Gemeindevertreter Edgar Farin (CDU) so. „Die Lkw fahren ja ohnehin nicht schneller.“ Trotzdem sei eine Geschwindisgkeitsbegrenzung schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Besonders ärgert sich Farin über die Tatsache, dass an der A 7 bei Kassel-Waldau eine Lärmschutzwand gebaut wird, in Guxhagen aber nicht. „Wer wird denn im Gewerbegebiet vor Lärm geschützt?“

Laut Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil, handelt es sich beim Lärmschutz zwischen den Anschlussstellen Kassel-Süd und Kassel-Ost um „Lärmvorsorge“. Dort besteht ein rechtlicher Anspruch, weil die Autobahn auf acht Spuren ausgebaut wird. An der A 7 bei Guxhagen werde zwar auch gebaut, aber „dort handelt es sich weder um einen Neubau noch um eine wesentliche Änderung an Straßen“, teilt Sinemus mit. Nur dann hätten die Guxhagener einen rechtlichen Anspruch auf Lärmschutz.

In Guxhagen bestehe nur die Möglichkeit der Lärmsanierung. „Das ist ein freiwillige Leistung des Bundes, es besteht kein Rechtsanspruch.“

Farin und Fischer ärgern sich auch über die Messungen, mit denen die Lärmbelästigung festgestellt wird. „Das wird vom Schreibtisch aus berechnet“, sagt Fischer. „Ein Besuch vor Ort findet gar nicht statt. So kann man doch gar nicht beurteilen, was die Menschen hier ertragen müssen.“ Eine Messung vor Ort sei nicht repräsentativ, begründet Hessen Mobil. Denn sie registriere nur das Verkehrsaufkommen während einer bestimmten Zeit, die Verkehrsmenge sei zufällig. Außerdem würden dann in das Ergebnis alle Umgebungsgeräusche einfließen.

Quelle: HNA

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