Züchter haben Angst um ihre Zucht

Fischteiche in Elbenberg verunreinigt: Noch leben die Forellen

Seine Teiche haben braune, schlammige Ränder: Fischzüchter Heinz Heerdt aus Elbenberg sorgt sich um seine Forellenzucht. Vermutlich sind mehrere Liter Gülle ins Wasser gelaufen. Foto:  Skrzyszowski

Elbenberg. Die Forellen werden das wohl nicht überleben. Heinz Heerdt steht vor seinen vier Forellenteichen bei der Hardtmühle in Elbenberg. Er blickt auf das schlammbraune Wasser. Es riecht faulig.

Vermutlich haben mehrere Liter Gülle den Lebensraum seiner Fische binnen weniger Stunden in ein stinkendes Gewässer verwandelt.

Der Fischzüchter aus Elbenberg ist besorgt. „Wenn tatsächlich Gülle in die Teiche gelaufen ist, werden rund 6000 Forellen sterben“, sagt Heerdt. Denn auch die vier Fischteiche auf dem Nachbargrundstück von Bernd Jacob sind betroffen. Noch leben die Fische. „Sie schnappen aber vermehrt nach Sauerstoff“, hat Heinz Heerdt beobachtet. Vermutlich werden die Fische binnen der nächsten ein, zwei Tage tot auf der Wasseroberfläche treiben.

Am Dienstagmorgen hatte Heinz Heerdt beobachtet, wie dickflüssige, grüne Brühe in die Teiche gelaufen ist. „Ich habe sofort die Rohrleitungen zugedreht und die Polizei in Wolfhagen alarmiert“, erklärt Heerdt. Bisher ist noch unklar, woher das verunreinigte Wasser kommt. Zusammen mit den Polizisten ist er die Strecke von Naumburg bis Altenstädt zu Fuß abgelaufen. Sie wurden nicht fündig.

Wie ein Sprecher der Polizei sagte, müsse die Verunreinigung in die Spole gesickert sein. Über Elbe und den Mühlgraben, so seine Vermutung, müsse die Gülle in die Fischteiche gelangt sein. „Sollten die Tiere tatsächlich sterben, geht der Schaden in die rund 60.000 Euro“, sagt der Elbenberger. Auch die Reinigung der Teiche sowie der Rohrleitungen seien kostspielig. Heinz Heerdt ist betrübt: Er bliebe nicht nur auf den Kosten sitzen. „Dann fange ich wieder von vorne an. Zwei Jahre Fischzucht sind umsonst.“

Seit 15 Jahren betreibt er seine Fischzucht. Einmal – im Oktober 2010 habe es einen ähnlichen Fall gegeben. Damals sei Desinfektionsmittel in die Gewässer gelaufen. Sechs Tonnen Lachsforellen sind dadurch gestorben – der Schaden: 100.000 Euro. „Das Schlimme ist, dass in solchen Fällen auch die Elbe betroffen ist, die bis nach Fritzlar fließt“, sagt Heerdt. Ein bisschen Hoffnung hat er noch: „Vielleicht erholen sich die Teiche, durch den Sauerstoff, der jetzt weiter reinfließt. Aber das ist unwahrscheinlich.“

Hinweise nimmt die Polizei Wolfhagen unter der Rufnummer 05692 / 9829-0 entgegen.

Quelle: HNA

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