967 Menschen im Wolfhager Land sind in Datei erfasst

Noch nie gab es so viele Knochenmarkspender

Wolfhager Land. Noch nie war die Bereitschaft der Menschen, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen, so groß wie jetzt. Insgesamt sind 967 Menschen aus dem Altkreis zurzeit als potenzielle Stammzellspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Köln erfasst.

Aus der Stadt Wolfhagen stehen aktuell 287 Menschen in der Datei, aus der Stadt Zierenberg 198. Aus der Gemeinde Bad Emstal stammen 125 potenzielle Spender, aus Breuna 143. Aus Naumburg sind derzeit 127 Bürger erfasst, aus Habichtswald sind 87 registriert.

„Deutschlandweit haben sich die Zahlen kontinuierlich gesteigert“, sagt Katrin Doerdelmann von der DKMS. Im Jahr 2010 verzeichnete man dort 290.000 potenzielle Spender, für das aktuelle Jahr rechnet Doerdelmann mit dem Rekord von 320.000 – so vielen wie noch nie binnen Jahresfrist. „Und die Zahlen sind real noch etwas höher, da es neben uns ja noch zahlreiche kleinere Dateien gibt“, sagt Doerdelmann.

Eine ganz entscheidende Rolle im Hinblick auf die Spendenbereitschaft spiele die Personalisierung. Damit meint sie große Typisierungsaktionen, bei denen öffentlich gemacht wird, wer konkret Hilfe benötigt. „Wenn hinter der Krankheit ein Gesicht steht, löst das eine unfassbare Welle der Hilfsbereitschaft aus“, sagt Doerdelmann. Deshalb sei es auch so wichtig, dass Patienten über ihr Schicksal berichten: „Persönliche Betroffenheit ist für viele eine große Motivation zu helfen. Und solche Aktionen katapultieren die Zahlen regelmäßig in die Höhe.“

Doch auch wenn sich täglich fast 900 Menschen in Deutschland typisieren ließen, dürften die Anstrengungen, neue Spender zu finden, keinesfalls nachlassen: Noch immer könne man für jeden Fünften, der an Blutkrebs erkrankt, keinen geeigneten Spender finden.

Von Esther Beller und Claudia Brandau

Quelle: HNA

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