Gastredner Dr. Karl Gebauer sprach über Theorien und persönliche Erfahrungen

Normale Kinder sind anders

Dr. Karl Gebauer

Schwalmstadt. Mit einem Vortrag über Kinder begann am Samstag die 18. Auflage der Hephata-Festtage in Schwalmstadt. Gastredner Dr. Karl Gebauer berichtete unter dem Titel „Was Kinder wirklich brauchen - Bedingungen für eine gelingende Entwicklung“ über Erkenntnisse der Hirn- und Verhaltensforschung von Säuglingen und Kleinkindern. Dabei ging er auch auf pädagogische Theorien und eigene Erfahrungen ein.

Gebauer wies auf ungünstige Bedingungen für die Entwicklung von Kindern hin. So seien Scham, Vernachlässigung und Gewalt genauso schlechte Voraussetzungen wie zu hohe Erwartungen und Armut. Eltern müssten ein Gespür dafür entwickeln, was ihre Kinder bräuchten.

Viel wichtiger als Frühförderprogramme sei ein liebevoller, anregender, freundlicher und wertschätzender Umgang. „Die Kinder müssen sich als willkommen in der Welt fühlen“, erklärte der 70-Jährige. Dabei sei es auch egal, ob sich die Kinder so entwickelten, wie es von den Eltern vorgesehen sei. „Es ist normal, verschieden zu sein“, sagte Gebauer.

Beobachtungen gesammelt

25 Jahre arbeitete der Gastredner als Schulleiter an der Leinebergschule in Göttingen. Während dieser Zeit brachte er seine Beobachtungen in 28 Tagebüchern zu Papier. Er hat 16 Fachbücher veröffentlicht und vor elf Jahren gemeinsam mit dem Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther die „Göttinger Kongresse über Erziehung und Bildung“ ins Leben gerufen. Sein zuletzt veröffentlichtes Buch trägt den Titel: „Klug wird niemand von allein. Kinder fördern durch Liebe.“

www.gebauer-karl.de

Quelle: HNA

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