"Normales Leben ist möglich": Sabine Hildebrandt zu Borderline

Melsungen. Borderline-Patientin Sabine Hildebrandt, die sich nach zehn Jahren Krankheit auf dem Weg der Heilung befindet, will nun auch anderen Betroffenen helfen. Und zwar mit einer Selbsthilfegruppe.

Wie charakterisieren Sie die Borderlinekrankheit?

Sabine Hildebrandt:

Borderline ist eine ernstzunehmende Krankheit, die im schlimmsten Fall zum Tod führt. Man lebt eine Existenz voller Selbsthass und Selbstzweifel,

Lesen Sie auch:

Sabine Hildebrandt aus Guxhagen startet Borderline-Selbsthilfegruppe

die ganze Welt ist nur schwarz oder weiß, es gibt nichts dazwischen.

Kurz: Borderline-Patienten halten dem Druck der Welt und dem Druck der eigenen Zweifel nicht stand.

Wie lange sind Sie selbst schon betroffen?

Sabine Hildebrandt: Die offizielle Diagnose habe ich seit einem Jahr. Vor zehn Jahren begann alles mit schweren Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen nach häuslicher Gewalt.

Wen spricht Ihre Selbsthilfegruppe an?

Sabine Hildebrandt: Grundsätzlich alle Betroffenen und Angehörigen. Wir bieten Raum, sich austauschen und Hilfe bei Menschen mit gleich gelagerten Problemen zu suchen.

Viele Borderliner haben Schwierigkeiten, die Krankheit anzunehmen und zu akzeptieren, auch dabei können wir helfen.

Ihre ganz persönliche Botschaft an alle Borderline-Patienten?

Sabine Hildebrandt: Man kann trotz der Erkrankung ein ganz normales Leben führen. Dazu gehört allerdings, sich einzugestehen, dass man diese Krankheit hat. Und dann muss man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, allein bekommt das niemand hin. Außerdem sind verständnisvolle Angehörige einer der wichtigsten Bausteine des sozialen Umfelds. Unsere Selbsthilfegruppe soll für alle Borderliner ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. (zbg)

Quelle: HNA

Kommentare