ILO-Fans trafen sich zur Ausfahrt im Knüll – Zwei-Zylinder-Motoren waren legendär

Nostalgie ums Herzstück

Ein Fan seit Jahrzehnten: Ralf Kramer aus Wabern mit einer Hecker mit ILO-Motor aus dem Jahr 1952 mit Beiwagen. Fotos: Thoery

Schellbach. Sie heißen Rixe, Hercules, UT oder Tornax und haben alle eins gemeinsam: Die Motorräder aus den fünfziger Jahren fahren mit dem ILO-Zweizylinder-Motor aus dieser Zeit. 30 begeisterte Anhänger dieser Fahrzeuge tourten am Wochenende mit ihren Nostalgie-Schätzchen aus Chrom und Lack durch den Knüll. Dort fand eines der Treffen des bundesweit tätigen ILO-Twin-Clubs statt.

„ILO-Motoren wurden in den fünfziger und sechziger Jahren in viele Motorräder-Marken eingebaut“, erklärte Uwe Brinkmann, der bei dem Motorbauer aus Pinneberg gelernt hat. Die Zwei-Zylinder waren damals schon außergewöhnlich, weil sie mit 15 PS 100 Stundenkilometer fuhren.

„Er war der größte und schnellste Motor zu dieser Zeit“, sagt er. Mittlerweile ist das Motorenwerk in Pinneberg verkauft, der Motor, der nach dem Krieg führend auf dem Markt war, wird schon lange nicht mehr hergestellt.

Die Begeisterung der Fans im Club hält aber an. Der Verein hat 150 Mitglieder und trifft sich zweimal jährlich, um mit den nostalgischen Motorräder auszufahren. Die meisten Fahrer haben schon ihre Kindheit mit einer der Maschinen verbracht. „Das Motorrad war das Fortbewegungsmittel schlechthin“, sagte auch Ralf Kramer aus Wabern.

Der 59-Jährige ist begeisterter Motorradfan und seit den siebziger Jahren im Club. Er organisierte die Ausfahrt im Knüll. Die erste Maschinen mit dem außergewöhnlichen Motor, eine Tornax, kaufte er 1975. Probleme waren damals schon die Ersatzteile, weshalb er Mitglied im Club wurde, um sich auszutauschen und besser an die Quellen zu kommen.

Marke aus Pinneberg

Basteln und schrauben gehören zum Hobby dazu. Die Fans bauen selbst einige Teile nach, viele Mitglieder stammen aus Pinneberg, dem Sitz des ehemaligen Motorenwerks und haben dort auch gearbeitet.

Die 220 Kilometer lange Tour durch den Knüll führte über Rotenburg bis nach Ziegenhagen. Die Gruppe besuchte dann auch noch einen alten Händler in Heddersdorf und kramte in den Regalen nach Ersatzteilen.

Im Club sind Motorradfans organisiert, deren Maschinen von 1952 bis 1955 im ILO-Werk gebaut wurden. Der Motor wurde in 32 Typen verbaut, bei 20 Herstellern in Serie.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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