Zug aus Kassel stoppte unweit des Bahnhofs Treysa: 37-Jähriger wurde zu einer Geldstrafe verurteilt

Notbremsung im Zug teuer bezahlt

Treysa. Weil er ohne ersichtlichen Grund in einem fahrenden Zug die Notentriegelung einer Tür betätigt und einen Notstopp ausgelöst hatte, ist ein 37-jähriger Mann vor demAmtsgerichts Treysa zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt worden. Außerdem muss der Mann aus Altkreis Ziegenhain die Kosten des Verfahrens tragen.

Der 37-Jährige saß an einem Februarabend mit seinem Hund in einem Zug, der aus Kassel kommend in Richtung Treysa fuhr. Kurz vor der Einfahrt in den Treysaer Bahnhof betätigte der 37-Jährige die Notentriegelung. Das belegten Videoaufnahmen und Fotos, die dem Gericht als Beweismittel vorlagen.

„Es war doof von mir gewesen. Ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat“, wiederholte der Angeklagte immer wieder vor Gericht. Er sei mit dem Zug von einem Vorstellungsgespräch in Baunatal zurückgekommen.

Um sich die Jacke vor dem Verlassen des Zuges in Treysa anzuziehen, habe er die Leine seines Hundes am Hebel der Notentriegelung festbinden wollen.

Auf Höhe des Alten Bahnhofs Treysa habe sein Display ein Warnsignal und Fehlermeldungen angezeigt, berichtete der Lokführer. Daraufhin habe er die Fehlermeldungen abgearbeitet, die Zugtüren kontrolliert und die Fahrgäste befragt, wer an der Tür gewesen sei.

Halt wegen Betriebsgefahr

Keiner der Zuginsassen habe konkrete Angaben machen können. Als einziger habe sich „ein Mann mit Hund“ überhaupt nicht geäußert. Wegen Betriebsgefahr und im Hinblick auf eventuell verletzte Personen und entgegenkommende Züge habe der Zug anhalten müssen. Mit fünfminütiger Verspätung sei der Zug dann langsam in den Bahnhof eingerollt.

Staatsanwalt und Richter nahmen dem unter anderem wegen Diebstahls und Drogendelikten mehrfach vorbestraften 37-Jährigen die Geschichte mit der Leine seines Hundes nicht ab. Videos und Fotos belegten, dass der Angeklagte seine Jacke bereits vor Betätigung der Notentriegelung getragen habe, sagte der Richter. Der Angeklagte habe sich offensichtlich recken müssen, um den Hebel zu betätigen.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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