Notdienste: Ab Januar weitere Wege zum Arzt im Raum Melsungen

Kreisteil Melsungen. Mit Beginn des nächsten Jahres gibt es nur noch einen Bezirk für den ärztlichen Bereitschaftsdienst an Wochenenden und Mittwochnachmittagen. Dies kann für Patienten deutlich weitere Wege bedeuten.

Die Mediziner aus Morschen, Malsfeld, Spangenberg, Felsberg und Melsungen schließen sich zusammen.  Körle und Guxhagen gehören weiterhin zum Bezirk Kassel. Etwa 30 niedergelassene Ärzte teilen sich die Bereitschaftsdienste. Jeweils vier sind an einem Wochenende zusammen an der Reihe.

Diese Änderungen ab Januar betreffen auch die Bereitschaftsdienste an Mittwochnachmittagen. Dann teilen sich jedoch nur die Hausärzte den Dienst, während für die Wochenenden und Feiertage auch die Fachärzte eingebunden sind.

Für Menschen, die an solchen Tagen medizinische Hilde benötigenso, kann dies deutlich weitere Wege bedeuten, wenn nicht gerade ein Arzt vor Ort Dienst hat. Aber auch auf den Mediziner kommen unter Umständen mehr Fahrtkilometer zu, wenn sich ein Hausbesuch nicht vermeiden lässt. Und zu einem Krankenbesuch außerhalb des eigenen Bezirks, also beispielsweise in Körle, ist er ohnehin nicht verpflichtet. Guxhagen und Körle, die seit Jahresbeginn zum Bezirk Kassel gehören, hätte man gerne mit ins Melsunger Boot geholt, war aber auf keine einheitlich positive Resonanz gestoßen, sagt der Melsunger Allgemeinmediziner Bernd Sostmann (54). Er ist Obmann für den Bereich Melsungen.

Die Neuerung für Morschen, Malsfeld, Spangenberg, Felsberg und Melsungen hat zwei Gründe. Erstens: In einigen der bisherigen Bezirke waren die wenigen Ärzte sehr oft an der Reihe. Zweitens: das Alter. Die meisten niedergelassenen Mediziner in den fünf Städten und Gemeinden werden in den nächsten Jahren ihren 65. Geburtstag feiern. „In fünf Jahren wird es richtig eng“, meint Sostmann.

Mit Vollendung des 65. Lebensjahres können sich niedergelassene Ärzte zwar weiterhin am Bereitschaftsdienst beteiligen, aber sie müssen nicht. Das würde die Jüngeren dann stärker belasten, erklärt Sostmann.

Schon jetzt allerdings gibt es seinen Angaben nach im Bereich Morschen nur noch eine Ärztin. Die Praxisgemeinschaft Heinebach, die bislang im Notdienst auch für Mörscher Patienten zuständig war, schließt sich dem Bezirk Rotenburg an. Diese Entscheidung hatte den Stein ins Rollen gebracht.

In Spangenberg gibt es derzeit drei Praxen, in Felsberg sind es fünf. In Melsungen praktizieren einschließlich der Fachärzte aktuell etwa 25 Mediziner. (bmn)

Quelle: HNA

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