Kita-Streik: Notdienste im Kreisteil Melsungen

Der Streik beginnt am Freitag: Erzieherinnen hatten zuvor mit Plakat wie „Wir sorgen für unser Wertvollstes. Nein! Nicht unser Geld, unsere Kinder !“ für eine bessere Eingruppierung und höhere Wertschätzung demonstriert. Foto: dpa

Melsungen/Körle. Jetzt ist es amtlich: In Melsungen werden die drei kommunalen Kindertagesstätten Kasseler Straße, Bachfeld und Am Schloth bestreikt.

In Körle treten die Erzieherinnen der Kita Pfiffikus in den Ausstand.

Der Streik beginnt (wie berichtet) am Freitag, und bis Dienstag bleiben die Kitas geschlossen.

In den anderen Kindertagesstätten im Kreisteil ist nach derzeitigem Kenntnisstand kein Streik geplant. Eltern sollten sich aber mit ihrer Einrichtung in Verbindung setzen.

Zweiter Streik angekündigt 

Sollte es im Laufe der kommenden Woche keine Einigung geben, hat die Gewerkschaft verdi für die Woche vom 18. bis zum 22. Mai erneut zum Streik aufgerufen. „Ob unsere Kitas dann bestreikt werden, steht noch nicht fest“, sagt Matthias Will, stellvertretender Büroleiter der Stadt Melsungen.

Die Melsunger Kindertagesstätten im Überblick: 

• Am Schloth: geschlossen von Freitag bis Dienstag. Kein Notdienst. Kinder über drei Jahre können in anderen Kitas untergebracht werden. Eltern sollten umgehend mit den Kitas mit Notdienst Kontakt aufnehmen. Für die Krippenkinder U3 gibt es keinen Notdienst. Aus pädagogischen Gründen sollen sie nicht in anderen Einrichtungen betreut werden.

• Kasseler Straße: Freitag und Montag komplett geschlossen. Am Dienstag bis 14.30 Uhr eine Notgruppe mit bis zu 15 Kindern. Die Notbetreuung beginnt in allen Melsunger Kitas um 7.30 Uhr.

• Bachfeld: In der Kita am Bachfeld wird an allen drei Streiktagen eine Notbetreuung bis 14.30 Uhr angeboten. Die Gruppen haben die übliche Größe. Allerdings sind die Plätze dort limitiert. In Röhrenfurth wird nicht gestreikt.

Die Situation in Körle: 

• Kita Pfiffikus: In Körle wird von Freitag bis Dienstag gestreikt. An allen drei Tagen wird es eine Notbetreuung geben. Für 25 Kinder hat die Kita von 8 bis 14 Uhr geöffnet. In der Kita hängt eine Liste aus, bevorzugt sollten berufstätige Eltern das Angebot nutzen.

Streiken könnten im übrigen alle Mitarbeiter, unabhängig davon, ob sie einer Gewerkschaft angehören oder nicht, sagt verdi-Bezirksgeschäftsführer Axel Gerland. Allerdings: Nur Gewerkschaftsmitglieder erhalten Streikgeld.

Verdi lege Wert darauf, dass sich der Streik nicht gegen die Eltern richte. Die Verantwortung für diesen Schritt trage allein die Vereinigung kommunaler Arbeitgeber.

Änderung der Eingruppierung 

Die Erzieherinnen streiken für die Änderung der Eingruppierungsmerkmale. Für Erziehungsberufe gibt es innerhalb der Tarife im öffentlichen Dienst eine eigene Eingruppierung. Diese umfasst den Sozial- und Erziehungsdienst: den S-Tarif. Derzeit gilt für Erzieherinnen mit staatlicher Anerkennung die Gruppe S 6. Erzieher starten bei voller Stelle mit 2366 Euro brutto Grundgehalt. In Deutschland gibt es 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter.

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Quelle: HNA

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