Experte für soziale Medien soll kommen

Note 4 für Jugendangebote: Mehrheit kennt Melsunger Angebote nicht

Melsungen. Wie kann Melsungen künftig attraktiver für junge Erwachsene gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Stadtverordneten seit einiger Zeit.

Das Citymanagement wurde mit einer Analyse der Situation beauftragt, die Ergebnisse wurden in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten in Melsungen vorgestellt. „Die Jugendbefragung hat ein äußerst negatives Urteil über die Freizeitangebote ergeben“, heißt es im Ergebnis.

Freizeitangebote 

Mit der Schulnote 4 bewerten die Befragten das Freizeitangebot der Stadt. Ein Großteil (61 Prozent) begründet die Note damit, dass es keine Angebote für Jugendliche in Melsungen gebe.

Doch ein weiterer Blick auf die Zahlen verrät: Fast 50 Prozent der befragten Jugendlichen kennen die Freizeitangebote der Stadt Melsungen zwar, gehen aber nicht hin. Ein Drittel gibt an, die Angebote nicht zu kennen. Auch das Melsunger Jugendparlament ist der Mehrheit (80 Prozent) nicht bekannt.

Dennoch verzeichnet der Jugendtreff Haspel einen guten Zulauf: „In der Haspel haben wir über den Tag verteilt bis zu 50 Jugendliche zu Gast“, sagt Bürgermeister Markus Boucsein. Das Sommerprogramm wird ebenfalls sehr gut angenommen, fügt der Bürgermeister hinzu. Die Stadt müsse dennoch die Angebote der Haspel transparenter machen, sagt Boucsein.

So gibt es im Jugendtreff beispielsweise die Hausaufgaben- und Bewerbungshilfe, Kinder- und Mädchengruppen und eine Kochgruppe. In der Nähe der Schlossbrücke befindet sich ein Skateplatz sowie eine Shisha-Bar (Wasserpfeife). Außerdem bieten Vereine ungewöhnliche Sportarten wie Rope Skipping und Fahrradtrial an.

Soziale Netzwerke 

Eine Idee, die Angebote nach außen zu tragen, ist die Ansprache über die sozialen Medien. Citymanager Okrafka schlägt in seinem Bericht ein Social Media-Team vor. „Ein Social-Media-Manager müsste zunächst die Strukturen aufbauen“, sagt Okrafka. Im Herbst solle es konkrete Vorschläge geben, die in der Stadtverordnetenversammlung dann beschlossen werden sollen. Im Laufe des nächsten Jahres soll dann ein Experte für die sozialen Medien den Dienst aufnehmen.

Vorschläge 

Neben Kritik äußern die Jugendlichen aber auch Wünsche. Als Beispiel nennen sie ein Kino oder ein Fastfoodrestaurant für die Stadt. Bürgermeister Markus Boucsein dämpft diese Wünsche. Diese seien kaum machbar, sagt er. „Für die Stadt würde ich mir aber noch ein Highlight wünschen“, fügt er hinzu. Dies könne als Alleinstellungsmerkmal für die Stadt dienen und so auch junge Menschen anlocken. Konkret nannte Boucsein allerdings keinen Vorschlag.

Knapp 80 Prozent der Befragten wünschen sich in Melsungen mehr Musikveranstaltungen. Aber auch Gastronomieangebote ohne Verzehrzwang oder Fußballtore am Sand waren Punkte, die sich die befragten Jugendlichen in Melsungen wünschen.

Befragung an Melsunger Schulen 

Insgesamt 55 Fragen umfasste der Fragebogen der Stadt Melsungen, die an die Gesamtschule, der Geschwister-Scholl-Schule und der Radko-Stöckl-Schule ausgegeben wurden. Befragt wurden die Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren, die in Melsungen leben. 1052 Fragebögen wurden analysiert, davon kamen nach Abzug von auswärtigen Schülern und weiteren Kriterien letztlich 332 Fragebögen zur Auswertung. Knapp 21 Prozent der Jugendlichen aus Melsungen wurden somit mit dieser Befragung erfasst.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © AFP

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