Pfarrer und Polizei arbeiten seit 1998 zusammen

Notfallseelsorge hat sich in 15 Jahren bewährt

Schwalm-Eder. Der Beistand in Unglücksfällen gehört zur Arbeit eines Pfarrers: Nach 15 Jahren zog der Beauftragter für Notfallseelsorge im Landkreis, Pfarrer Günter Kolbe aus Berge, eine positive Bilanz.

Die Kooperation mit Polizei und Einsatzkräften laufe reibungslos, in der Bevölkerung sei die Arbeit anerkannt.

Seit 1998 besteht im Schwalm-Eder-Kreis das Netzwerk der Pfarrer für Notfallseelsorge. In den vier Kirchenkreisen Ziegenhain, Fritzlar, Homberg und Melsungen haben jeweils zwei Pfarrer eine Woche lang Bereitschaft. Sie werden bei Unglücksfällen von der Leitstelle informiert.

Bei 60 Einsätzen im Jahr werden die Pfarrer hinzugezogen. Meist handelt es sich um Notfälle, bei denen Menschen ums Leben kamen, dies können Unfälle oder häusliche Todesfälle sein.

Die Aufgaben sind vielfältig: Die Pfarrer fahren zu Unfallstellen und kümmern sich um Angehörige und Rettungshelfer. Die Polizei zieht die Geistlichen hinzu, wenn Angehörigen eine Todesnachricht überbracht wird.

„Die Zusammenarbeit mit den Pfarrern ist sehr gut“, sagt der stellvertretende Polizeisprecher Markus Brettschneider. Die Seelsorger würden zumeist bei Todesnachrichten immer hinzugezogen: „Sie können sich mehr Zeit für die Familien nehmen als die Polizei“, sagte Brettschneider.

Pfarrer Günter Kolbe stellte die Professionalität des Netzwerkes heraus: „Nur hauptamtliche Pfarrer sind für die Notfallseelsorge zuständig.“ Sie sichern im ländlichen Raum die Versorgung ab.

Am Beginn der Arbeit stand eine umfassende Ausbildung für die Pfarrer: Verhalten am Einsatzort, bei Suizidgefahr und Umgang mit Traumata. Notfallseelsorge gehört auch zum Vikariat dazu.

„Wir werden mit den Erfahrungen nicht allein gelassen“, sagt Kolbe. So stehe ein Pastoralpsychologe für Gespräche nach Einsätzen zur Verfügung.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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