Notstand: Impfstoff in der Region ist knapp

Schwalm-Eder. Der hessische Apothekerverband warnt vor Engpässen bei Grippe-Impfstoffen. In vielen Apotheken in Nordhessen fehle er bereits, sagt Kirsten Müller-Kuhl, Sprecherin des Verbandes.

Erst für Mitte November habe einer der neun großen Hersteller eine Lieferung von 400 000 Dosen für Deutschland in Aussicht gestellt. „Gefährlich wird es, wenn die Grippewelle beginnt und Risikopatienten noch nicht geimpft sind, weil sie auf den Impfstoff warten“, sagt Müller-Kuhl. Da der pharmazeutische Großhandel in Deutschland keinen Nachschub habe, fragten die Apotheken mittlerweile sogar direkt bei den Herstellern an.

Die Patienten seien bisher nur teilweise betroffen, da viele Ärzte noch über bestellte Dosen des Impfstoffs verfügten, sagt Müller-Kuhl.

Aber es gab auch in den Praxen im Landkreis bereits Ausfälle. „Wir sollen nach Vorgabe der Kassenärztlichen Vereinigung keine Lagerhaltung betreiben“, sagt Dr. Heribert Klapsing aus Wabern. In den Vorjahren hätten zu viele unverbrauchte Dosen entsorgt werden müssen. Aufgrund der Vorjahreserfahrungen würde der Impfstoff bei den Apotheken geordert, sagt Stefanie Werner, Arzthelferin in der Praxis Klapsing. Es könne dann aber dennoch vereinzelt zu Engpässen kommen. So habe es zuletzt an vier bis fünf Tagen keinen Impfstoff gegeben.

Die Situation habe sich durch den Rückruf von Novartis-Impfstoffen deutlich verschlimmert, sagt Kirsten Müller-Kuhl. Wer eine Grippeimpfung plane, sollte seinen Arzt jetzt kontaktieren, um mögliche Wartezeiten zu vermeiden. „Wenn die Grippewelle losgegangen ist, ist das Kind in den Brunnen gefallen“, sagt Müller-Kuhl.

Hinzu kommt, dass für diese Grippesaison mit einer besonders starken Welle gerechnet wird. Das bestätigt Dr. Peter Urban, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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