Apotheker sehen schwarz

Notstand: Grippe-Impfstoff ist knapp

Wolfhager Land. Der hessische Apothekerverband warnt vor Engpässen bei Grippe-Impfstoffen. In vielen Apotheken in Nordhessen fehle er bereits, sagt Kirsten Müller-Kuhl, Sprecherin des Verbandes. Für Mitte November ist immerhin eine Lieferung von 400 000 Dosen für Deutschland in Aussicht.

„Gefährlich wird es, wenn die Grippewelle beginnt und Risikopatienten noch nicht geimpft sind, weil sie auf den Impfstoff warten“, sagt Müller-Kuhl. Da der pharmazeutische Großhandel in Deutschland keinen Nachschub habe, fragten die Apotheken mittlerweile sogar direkt bei den Herstellern an. Die Situation habe sich durch den Rückruf von Novartis-Impfstoffen verschlimmert.

„Die Lage sieht ganz übel aus“, bestätigt Apotheker Ralf Otto Pferdmenges aus Zierenberg. Er habe sogar schon Anfragen von Nachbarapothekern gehabt. „Wir haben keine Chance, an Impfstoff zu kommen, schon seit Wochen fragen wir täglich nach“, sagt Kollegin Christine Schubert von der Sonnenapotheke in Wolfhagen.

Die Patienten seien bisher nur teilweise betroffen, da viele Ärzte noch über bestellte Dosen des Impfstoffs verfügten, erklärt Müller-Kuhl. Wie in der Hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in Zierenberg. Dr. Christian Haase: „Wir haben in diesem Jahr den Impfstoff rechtzeitig bestellt und bereits 80 Prozent der Patienten, die sich regelmäßig impfen lassen, versorgt.“ Problematisch werde es allerdings für Patienten, die sich jetzt kurzfristig für eine Impfung entscheiden, sagt Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel. Diese müssten sich auf eine Wartezeit einstellen. Wie in der Hausarztpraxis Erkmann in Wolfhagen: „Für Privatpatienten, die den Impfstoff direkt in der Apotheke holen, führen wir derzeit eine Warteliste, sagt Praxismanagerin Erika Erkmann.

Von Bea Ricken und Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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