Die Verbreitung der kleinen Nagetiere wird erforscht – In diesem Jahr höheres Aufkommen des Hantavirus

Nussjagd in Hessen: Auf der Spur der Haselmäuse

Familie der Bilche: Anhand der Nagespuren an Haselnüssen wollen Forscher herausfinden, wo die Haselmaus in der Schwalm lebt. Archivfoto:  nh

Schwalm. Auch in diesem Jahr sind Kinder und ihre Betreuer dazu aufgerufen, in den Wald zu gehen und sich auf die Suche nach von der Haselmaus angeknabberten Nüssen zu begeben.

Mit der Teilnahme an der Nussjagd tragen die Kinder als Forscher dazu bei, mehr über die Verbreitung der Tiere zur erfahren. Das teilte Dr. Wulf Rheinwald vom Nabu Schwalmstadt mit.

Allerdings rät der Nabu in diesem Jahr zur besonderen Vorsicht bei der Nussjagd. Denn da es in diesem Jahr viele Rötelmäuse gibt, ist auch die Zahl von Hantavirus-Erkrankungen angestiegen – in Hessen von 13 im letzten auf 92 Fälle in diesem Jahr. Der Virus wird wahrscheinlich durch aufgewirbelten trockenen Kot der Mäuse auf den Menschen übertragen. Beim Einatmen können Viren in den Körper gelangen.

Da das Erkrankungsrisiko bei diesen Zahlen im Vergleich zu anderen Waldgefahren wie Borreliose durch Zecken eher gering ist, findet die Nussjagd in Hessen statt. In Baden-Württemberg wurde die Nussjagd in diesem Jahr abgesagt, weil schon über 1400 Hantavirus-Erkrankungen vorliegen.

Hinweise beachten

Während oder nach dem Besuch in der Natur – also auch während bzw. nach jeder Nussjagd, sollten daher folgende Punkte beachtet werden:

• Nach jeder Aktion im Freien solltem sich die Kinder sorgfältig ihre Hände waschen und gegebenenfalls desinfizieren.

• Die Kinder müssen grundsätzlich nach Zecken abgesucht werden.

• Tote oder kranke Tiere und Tierkot dürfen nicht angefasst werden.

• Während einer Nussjagd sollten die Kinder nichts essen. Sollten sie ein Picknick machen wollen, dann am besten nach der Nussjagd, nachdem die Kinder ihre Hände sorgfältig gereinigt haben.

• Um sich vor dem Hantavirus zu schützen, können Kinder und Begleitpersonen Arbeits- oder Einmalhandschuhe tragen.

Besondere Fallzahlen für Waldkindergärten oder beruflich im Freiland tätige Biologen sind dem Nabu nicht bekannt. (syg)

Quelle: HNA

Kommentare