In Obergrenzebach haben Mitglieder des Kulturvereins einen ganzen Wald aufgebaut

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Himmlisch: Astrid Riebeling sorgte für viele Sterne an den Bäumen.

Für Lothar Steinbrecher hat die Weihnachtszeit im Februar begonnen. Denn dann kam dem Vorsitzenden die Idee, Kindern und Erwachsenen im Advent etwas Besonderes zu bieten. Die Mitglieder des Vereins für Heimat, Brauchtum und Kultur hatte er schnell davon überzeugt. Nach neun Monaten Vorbereitung ist es soweit - mit viel Liebe zum Detail entsteht auf dem Tanzplatz mitten im Ort ein Märchenwald.

„Wir wollten diesmal mehr bieten als nur schöne Weihnachtdekoration“, sagt der 72-Jährige. Mit Frontlader, Hammer und Schraubenzieher waren ein Dutzend Helfer von morgens neun Uhr bis in den Nachmittag hinein beschäftigt, frisch aus dem Wald geholte Tannenbäumchen, Kiefern und Birken auf dem Tanzplatz aufzustellen, Lichtergirlanden und einen riesigen Sternenschweif anzubringen, den Weihnachtsbaum in der Mitte mit ausgesägten weißen Sternen zu schmücken und das Hexenhäuschen aufzubauen.

Monatelange Arbeit 

Auch der Boden wird mit Wurzelwerk ausgestreut, wie in einem echten Wald. Auf die von ihm in monatelanger Arbeit selbst gebaute Bude ist der Obergrenzebacher besonders stolz. „Es wird mystisch beleuchtet sein mit einem funkelnden Sternenhimmel“, erzählt der passionierte Modellbauer, der auch den Märchenwald vorab im Kleinformat erstellt hat, „damit sich unser Vorstand etwas darunter vorstellen konnte“.

Auch beim Aufbau am Samstag war das Modell eine Hilfe, so wusste jeder der Dutzend Helfer rund um Ortsvorsteher Markus Mühling, wie alles werden sollte.

Inspiriert hat Steinbrecher das Buch „Die schönsten Märchen der Gebrüder Grimm“. „Die Bilder darin gefielen mir so gut, dass ich dachte, sie für unseren Märchenwald vergrößern zu lassen.“ Nach etlichem Schriftwechsel mit Illustrator Silvio Neuendorf, dem Buchverlag und nach Absprache mit den Pädagoginnen im Kindergarten vor Ort hat er die Idee umgesetzt: Vier riesengroße Szenenbilder aus den Märchen Schneewittchen und die sieben Zwerge, Schneeweißchen und Rosenrot, Rumpelstilzchen und Sterntaler lassen die Besucher des Märchenwaldes eintauchen in die Welt der Gebrüder Grimm.

Alles aus der eigenen Werkstatt: Kurt Pilgram, Markus Mühling, Lothar Steinbrecher und Wolf-Dieter Hoos (von links) waren am Samstag mit dem Aufbau des Märchenwaldes beschäftigt.

Figuren im Großformat 

Möglich gemacht hat dies Steinbrechers früherer Arbeitgeber, die Marburger Tapetenfabrik in Kirchhain. „Die können dort im Digitaldruck riesige Formate herstellen“, erklärt der gelernte Malermeister und Anwendungstechniker.

Steinbrecher hat die Drucke auf Spanplatten aufgeklebt, und selbst beim Aussägen Liebe zum Detail bewiesen. Auch ein zwei Meter großer Weihnachtsmann steht schon am Eingang des Märchenwalds - in echt wird er am 4. Advent durch den Märchenwald streifen, „mit einem prall gefüllten Sack voller schöner Geschenke“, kündigt der Vereinsvorsitzende an.

Quelle: HNA

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