Obertorplatz: Die große Lösung kommt

Niedenstein. Hart umkämpft war der Ausbau des Obertorplatzes in Niedenstein. Die Fraktionen konnten sich nicht auf eines der zwei Modelle zum Umbau des historischen Stadtkerns einigen. Die Ausgaben wurden auf maximal 250.000 Euro festgesetzt.

Beschlossen wurde nun schließlich mit Stimmen der FWG und der SPD das weitaus teurere Konzept. Mehr als 700.000 Euro würde die Neugestaltung vorsehen. Der Eigenanteil der Stadt wurde auf maximal 250.000 Euro festgesetzt. Sollte eingeplantes Fördergeld (Dorferneuerung, Land Hessen, Drittmittel) nicht fließen, werden einzelene Bauabschnitte nicht realisiert. Im Zentrum der Neugestaltung steht der Museums- und Sparkassenvorplatz (Obertorplatz).

Dr. Bettina Hoffmann von der Fraktion der Grünen forderte vehement, vorerst nur 50.000 Euro als Eigenanteil der Stadt zu bewilligen. Einen ähnlich lautenden Antrag hatte bereits die CDU gestellt. Es sei Sache des künftigen Parlaments, sich mit der Neugestaltung des Platzes im Detail auseinanderzusetzen, sagt Hoffmann. Sie kritisierte außerdem, dass fünf Wochen vor der Wahl ein neuer Entwurf präsentiert wurde, der um ein Vielfaches höhere Ausgaben beinhalte.

Fraktionskollege Jörg Warlich verwies auf die Formulierung im Konzept, dass die genannten Zahlen mit Skepsis zu betrachten seien. Als ein ganz pesönliches Anliegen bezeichnete Gerhard Hillebrand, Stadtverordnetenvorsteher, der Verödung des Stadtkerns entgegenzuwirken. Er sprach sich für die große Lösung aus. Fraktionsvorsitzender Stefan Kugler machte in seinem Redebeitrag unter anderem deutlich, dass man keinesfalls den Umbau im Detail beschließe, sondern nur den Rahmen abstecke und die maximalen Ausgaben der Stadt festlege. Frank Metzler (CDU) erinnerte daran, dass die Stadt jeden Cent über Kredite finanzieren müsse.

Außerdem würden vor der Pizzeria Parkplätze wegfallen. "Das könnte unbeabsichtigt zu einem Rückgang von Kunden und Patienten beim Arzt und der Apotheke führen", sagte Metzler. Bis September müssten die Anträge für das Fördergeld bei den zuständigen Stellen eingegangen seien, sagte Bürgermeister Werner Lange (SPD). Es bleibe also nicht mehr viel Zeit. Das neue Parlament könne jederzeit einen anderslautenden Beschluss fassen, wenn es diesen nicht mittrage.

Die Entwicklung der Kernstadt wäre auf Jahre gehemmt, wenn man sich nicht jetzt entscheide, sagte Erhard Schaumlöffel von der FWG-Fraktion. Es sei unwahrscheinlich, dass man nochmal in den Genuss von so viel Fördergeld komme. "Der Obertorplatz dient allen. Der Umbau ist nur als Gesamtprojekt nützlich", sagte er. Der Zuschuss zum Landesstraßenumbau sei nur bewilligt worden, weil man noch im Dorferneuerungsprogramm sei, ergänzte Werner Lange. (ddd)

Quelle: HNA

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