Buchautorin: Regina Schulz aus Ehlen beschreibt ihre Erfahrungen als Mutter eines behinderten Kindes mit den Behörden

Odyssee durch deutsche Klassenzimmer

Tränen eines Kindes: Die vierfache Mutter Regina Schulz mit ihrem Erfahrungsbericht, der beim Wagner Verlag erschienen ist. Ein dreiviertel Jahr lang hat sie daran geschrieben. Foto: Glass

Ehlen. Regina Schulz ist eine Kämpferin. „Mir bleibt gar nichts anderes übrig“, sagt die 51-jährige Mutter von vier erwachsenen Töchtern und einem Sohn, die gemeinsam mit ihrem Ehemann im Habichtswalder Ortsteil Ehlen lebt.

In ihrem im Frühjahr dieses Jahres erschienenem Erfahrungsbericht „Die Tränen eines Kindes – Wenn Schule zum Alptraum wird“ beschreibt Regina Schulz ihre zahlreichen Kämpfe. Mit Behörden wie dem Schulamt, mit Ärzten, mit Lehrern.

Protagonist ihres 311 Seiten starken Werkes ist Sohn Leon, inzwischen zwölf  Jahre alt. Leon leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus, und an ADHS. Zwar hat Leons Familie schon relativ früh bemerkt, dass der Junge „irgendwie anders“ ist, doch erst vor drei Jahren sei die Diagnose sicher gestellt worden. Und bis dahin war es ein beschwerlicher Weg, sagt die Buchautorin.

Die Zeit in der Grundschule gehörte bislang zu einer der schwersten. Zwar sei Leon von einem Gutachter ein Intelligenzquotient von 145 Punkten bescheinigt worden. Damit war für den Jungen der Weg in die Regelschule geebnet worden. Dennoch hatte er in der Grundschule große Probleme, die Regina Schulz auf die Ablehnung der Lehrer zurückführt. Die Konsequenz: Leon blieb sitzen. Später wechselte er auf die Jean-Paul-Schule nach Kassel, eine Schule für Erziehungs- und Lernhilfe.

Doch Schulen dieser Art seien für Kinder mit einer Erkrankung wie dem Asperger-Syndrom überhaupt nicht geeignet, meint Schulz. Welche Erfahrungen sie und ihr Sohn dort machten und wie es letztlich dazu kam, dass Leon nun ein Internat in Bad Arolsen besucht, dass sehr gut auf seine Krankheit zugeschnitten sei – all das beschreibt die Ehlenerin in ihrem Buch, das beim Wagner Verlag erschienen ist.

„Das Buch ist insofern wichtig, weil es auf die Problematik aufmerksam macht“, sagt die 51-Jährige. Mit dem offenen Bericht, der die Odyssee ihres Kindes durch die Lernkultur deutscher Klassenzimmer zeigt, will sie Betroffenen Mut machen und sie stärken – stärken für den Kampf mit Behörden, Schulen und Lehrern. Sie selbst kämpft indessen weiter für die Rechte von behinderten und auffälligen Kindern. Ihr Buch ist somit zugleich ein Appell an unsere Gesellschaft: „Lasst unsere Nachkommen nicht im Regen stehen.“ HINTERGRUND • „Die Tränen eines Kindes – Wenn Schule zum Alptraum wird“, 311 Seiten, Wagner Verlag, ISBN 978-3-86683-725-6.

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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