Ökostrom der Stadtwerke Wolfhagen kommt aus Österreich

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Beziehen ihren grünen Strom aus Österreich: Pressesprecher Matthias Boos (links) und Prokurist Alexander Rohrssen von den Stadtwerken Wolfhagen.

Wolfhagen. Die Stadtwerke Wolfhagen beziehen ihren Ökostrom aus Österreich, wo er mit Wasserkraft erzeugt wurde. Trotz der großen Distanz sei dieser Weg für die Haushalte der grünere.

„Bei dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wird der gesamte Strom an der Strombörse vermarktet. Was zum Großteil raus kommt, ist grauer Strom“, erklärt Alexander Rohrssen, Prokurist der Stadtwerke Wolfhagen. Da das Wolfhager Unternehmen seinen Kunden aber zu 100 Prozent grüne Energie geben wolle, bestehe die Kooperation seit 2008 mit Österreich. Damals sei die Entscheidung für Wasserkraft gefallen. „In Deutschland gibt es nicht viele Möglichkeiten, Strom aus Wasserkraft zu beziehen“, fügt er hinzu.

Damals habe Anbieter Eon an der Donau grünen Strom produziert. Doch zum einen sei es unmöglich gewesen, da ran zu kommen und zum anderen habe es nicht im Interesse der Stadtwerke gelegen, so Rohrssen.

Von Österreich nach Wolfhagen

So kommt der in Österreich gewonnene Ökostrom in die Wolfhager Haushalte: Wolfhagen ist ein Netzgebiet. Die Stadtwerke Wolfhagen prognostizieren den Verbrauch ihrer Nutzer mithilfe der Werte der Zählerstände der einzelnen Haushalte. Die geschätzte Menge wird in Österreich eingekauft. „Am 20. Januar verbrauchen unsere Kunden aus Wolfhagen etwa 76 553 Kilowattstunden“, verrät Rohrssen. Das Unternehmen habe 10.500 Kunden, 6000 aus Wolfhagen und seinen Stadtteilen.

Der Strompreis setzt sich aus vielen verschiedenen Komponenten zusammen. So befindet sich im Strompreis zum Beispiel die Konzessionsabgabe. „In Wolfhagen ist diese mit 1,32 Cent am niedrigsten“, meint Rohrssen. Denn bei Städten oder Gemeinden bis 25 000 Einwohnerfielen in diese Kategorie, in Städten wie Köln, in denen mehr als 500.000 Einwohner lebten, werde mit 2,39 Cent die höchste Konzessionsabgabe fällig.

Außerdem seien die Netz-Nutzungs-Entgelte im Strompreis enthalten. Wolfhagen müsse - so erklärt es Rohrssen- 6,17 Cent bezahlen, die Städtischen Werke Kassel hingegen 7,10 Cent. Die Preise errechne die Netzbehörde.

Wenn diese Komponenten erhöht würden, steige oft auch der Strompreis beim Verbraucher. „Darauf haben wir keinen Einfluss, wir müssen die Gelder aber wie jeder Anbieter zahlen“, sagt Matthias Boos, Sprecher der Stadtwerke Wolfhagen.

Genau dieser Unterschied zeige sich in den Endstrompreisen im Vergleich der Stadtwerke Wolfhagen mit den Städtischen Werken kassel (Grafik). Der „Wohlfühlstrom ökofix 2018“ der Stadtwerke Wolfhagen habe einen jährlichen Grundpreis von 73,80 Euro, die Kilowattstunde kostet 25,88 Cent. Die Preise aus Kassel liegen beim Produkt „Sicher Strom“ bei einem jährlichen Grundpreis von 160,56 Euro und 23,93 Cent pro Kilowattstunde, sagt Boos.

Alle Zahlen in der Grafik beziehen sich auf grüne, erstmal stabile Stromprodukte - bei Eon „Optimalstrom öko 2018“, bei EAM „Mein EAM Strom Plus“. Weitere Informationen zu den Variablen der Strompreise: www.netztransparenz.de

Von Johanna Daher

Quelle: HNA

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