Ökumenischer Arbeitskreis sucht Sprachpaten für Asylbewerber

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Unterricht mit Asylbewerbern: Ali Nemati, selbst ein Flüchtling, hilft ehrenamtlich als Lehrer aus. Der Arbeitskreis sucht nun Paten, die sich mit den Sprachschülern auf deutsch unterhalten. Foto: Ricken/Archiv

Wolfhagen. Der Kirchliche Arbeitskreis in Wolfhagen startet ein neues Projekt: Um die Asylbewerber beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen, werden Sprachpaten gesucht.

„Die Paten brauchen sich nur ab und zu mit ihren Sprachschülern zu verabreden und einfach mit ihnen Deutsch zu sprechen", sagt Uschi Muth, eine der ehrenamtlichen Helfer. Die persönlichen Geschichten der Flüchtlinge seien hochinteressant, sie hätten ein großes Interesse an unserem Alltag.

Uschi Muth freut sich, wenn viele Interessierte bei ihr unter 05692/4371 anrufen, oder sich per Mail unter u-muth@gmx.de melden.

Die Asylbewerber aus der Wolfhager Pommernanlage lernen bereits jetzt dreimal die Woche nicht nur die Sprache, sondern auch deutsche Gepflogenheiten.

Vor gut einem Jahr hat der Arbeitskreis die Deutschkurse für Asylbewerber ins Leben gerufen, die noch kein Bleiberecht in Deutschland haben und deshalb auch keinen Anspruch auf Sprachkurse. „Wir von der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft fragten die Leute, was ihnen am wichtisten ist“, berichtet Muth. Das Erlernen der deutschen Sprache stand ganz oben auf der Wunschliste. „Für die Menschen ist es unerträglich in ihrer Unterkunft zu sitzen und Däumchen zu drehen“, meint Muth.

Die Wilhelm-Filchner-Schule stellte für die Sprachkurse nicht nur einen Raum, sondern auch kostenlos Laptop und Beamer zur Verfügung, die Lehrer arbeiten ehrenamtlich. Erst unterrichtete Ursula Muth allein, jetzt kümmert sich ein ehemaliger Schüler, Ali Nemati, um die Anfänger. Der 40-jährige Iraner hat in seinem Heimatland studiert und ist selbst Lehrer.

Ursprünglich sollte das Angebot in erster Linie für die Flüchtlinge sein, die bereits in Wolfhagen und Umgebung eine Wohnung bezogen haben. Doch es sprach sich schnell herum und jetzt starten jeden Montag, Mittwoch und Freitag gruppenweise Asylbewerber morgens an der Pommernanlage und wandern durch die Feldgemarkung zur Filchner-Schule, um pünktlich um 9 Uhr zum Unterricht da zu sein. Sie haben sich von ihrem eigenen Geld Unterrichtsmaterial angeschafft und lernen auch in ihrer Unterkunft fleißig deutsche Vokabeln.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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