Burg- und Wurzgartenfest zog Besucher auf die Burg

Märchenhaft: Als Rotkäppchen, Rapunzel, Rumpelstilzchen und Co. erfreute die Jugendgruppe der Kleinen Bühne Schwalm-Eder die Besucher in Homberg. Foto: Ehl-von Unwerth

Homberg. Öle, Kräuter und Kränze: Diese Mischung lockte wieder viele Besucher zum Burg- und Wurzgartenfest. Sie feierten bis weit nach Sonnenuntergang einen Mitsommernachtstraum.  

Handeln statt reden: Gemäß diesem Motto brachten die Frauen der Initiative Innenstadtgestaltung schon so manchen Stein ins Rollen und manche Knolle unter die Erde. Das gilt für die Bepflanzung der Wallgärten wie für die Gestaltung und Pflege des Wurzgartens auf der Homberger Hohenburg.

Was vor mehr als einem Jahrzehnt mit intensiven Studien über mittelalterliche Burg- und Kräutergärten begann und in harter körperlicher Arbeit in die Tat umgesetzt wurde, bildet heute den Mittelpunkt für eine Veranstaltung: das Burg- und Wurzgartenfest, das alljährlich Besuchermassen anzieht.

Bis nach Sonnenuntergang

So auch beim zehnjährigen Bestehen am Samstag, als mehrere hundert Gäste bis weit nach Sonnenuntergang einen Mitsommernachtstraum feierten.

Das Johannisfest zur Geburt Johannes des Täufers sei die christliche Antwort auf die als heidnisch geltende Mitsommernacht: Das keltisch-germanische Brauchtum, zur Sonnenwende lustvoll-ekstatischen Feste zu feiern, habe Anstoß erregt, sagte Juana Lanau bei ihren Führungen.

Im Haar trug sie den Johanniskranz, den sie später ins Feuer warf: „Das soll ein Jahr lang vor Krankheit und Gefahr schützen“, sagte sie den Zuhören. Die erfuhren zudem, dass die ätherischen Öle der zu Johanni gesammelten Kräuter besonders intensiv seien.

Neben dem Kräuterwissen setzte das Wurzgartenfest kreative Akzente: Das Angebot reichte von Dekorationen aus Ton, Holz, Filz und Naturmaterialien über Heilsteine, Räucherwerk und Klangmassage bis hin zu selbst gestalteten Blütenkränzen und einem Jongliertraining.

Bilder vom Fest

Burg- und Wurzgartenfest in Homberg

Für das Magenwohl standen Rosenköstlichkeiten, süße Energiespender und deftige Kräuterkost bereit. Optische und akustische Reize setzten die mittelalterlichen Tänze der Volkstanzgruppe Harle, eine Posaunenchor-Serenade, Feuerjonglage sowie Didgeridoo-Klänge aus „Anderen Welten“. Mit der Märchenaufführung „Best of Grimms“ setzte die Jugendgruppe der Kleinen Bühne Schwalm-Eder das theatralische i-Tüpfelchen der Veranstaltung.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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