Zukunftspläne des Politikers

Nach Tofu-Streit im Kreistag: Özdemir für Vegetariertag

Da geht es lang: Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen sprach mit der HNA über seine Zukunftsvorstellungen. Foto: Yüce

Schwalm-Eder. Im Tofu-Streit bekommen die Grünen im Schwalm-Eder-Kreis Rückendeckung von ihrem Bundesvorsitzenden. Cem Özdemir war am Freitag zu einer Podiumsdiskussion nach Fritzlar gekommen.

Im Gespräch mit der HNA sprach er sich im Vorfeld für einen vegetarischen Tag in den Schulmensen und der Kreiskantine aus, wie von den Grünen im Kreistag gefordert. Den FDP-Vorwurf, das sei ein Zwangstag, konterte Özdemir scherzhaft: „Es werden ja keine körperlichen Sanktionen eingeführt.“

Der überhöhte Fleischkonsum der Deutschen sei ökologisch und gesundheitlich sehr fragwürdig, erklärte Özdemir dann. Es sei gut, Kinder früh an gesundes Essen heranzuführen. Wenn die Zutaten dann noch aus der Region kämen, könne das auch die Wertschätzung für die Arbeit der Bauern steigern.

Windkraft und Fotovoltaik

Das Rückgrat der Energiewende in Deutschland müssen aus Sicht des Grünen-Politikers Fotovoltaik und Windenergie sein. Natürlich gebe es Flächen, die etwa aus Gründen des Vogelschutzes nicht für Windräder genutzt werden sollten. Grundsätzlich müsse in diesem Bereich aber viel mehr getan werden.

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Zu der Diskussion, die auch in vielen Orten im Schwalm-Eder-Kreis geführt wird, weil sich Anwohner vom Anblick der Windräder gestört fühlen, sagte er: „Der Blick auf ein Kohle- oder Atomkraftwerk ist sicher nicht viel schöner.“

Gerade in Hessen, Bayern und in Baden-Württemberg gebe es in diesem Bereich großen Nachholbedarf.

Die Diskussion in Fritzlar auf Einladung der Grünen sollte sich um den demografischen Wandel drehen. Dieser werde nicht in der Zukunft kommen, sondern er sei längst im Gange, sagte Özdemir: „Wir werden immer älter und immer bunter.“

Um den ländlichen Raum attraktiv zu halten, gelte es, vor allem in die Infrastruktur zu investieren. Schulen, Kindergärten, gute Ausbildungsplätze gehörten dazu, aber auch die Anbindung an eine Breitbandversorgung für größere Datenmengen. Da sei für ihn das Motto: Lieber Datenautobahn als Autobahn.

Vom Autoverkehr ist man ganz schnell bei der Bahn, mit der Özdemir standesgemäß angereist war. Die vollständige Elektrifizierung des deutschen Eisenbahnnetzes sei dringend nötig, sagte er.

Bahnhöfe ohne Barrieren

Wichtig sei auch, dass Bahnhöfe barrierefrei würden - also die Gleise auch mit Kinderwagen und Rollstuhl leicht erreichbar sind.

Mit dem Geld, das schon für den umstrittenen Bahnhof Stuttgart 21 investiert wurde, könnte man alle anderen deutschen Bahnhöfe topmodern ausstatten, glaubt Özdemir, der für Stuttgart in den Bundestag einziehen will.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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