Borkener Schule mit Zusatz im Namen und zusätzlichen Angeboten

Offen für neue Lernformen

Verantwortliche der Offenen Schule Borken: oben Renate Quell (links) und Jana Bäger, vorne von links Christin Hembd, Tina Berger-Heise und Schulleiter Heinz Meier. Foto: Dellit

Borken. Jetzt ist der Name offiziell. Der Kreistag hat beschlossen, dass die Gustav-Heinemann-Schule (GHS) jetzt auch Offene Schule Borken heißt. Damit steht fest, dass die Entwicklung der Schule weitergeht.

Als die ersten Jahrgänge nach dem neuen Konzept unterrichtet wurden, war es nur für die Klassen 5 und 6 gesichert. Inzwischen wächst das Konzept mit den Schülern nach oben. In drei Jahren wird die ganze GHS Offene Schule sein.

Zur offiziellen Namensgebung zogen Schulleiter Heinz Meier und Lehrkräfte eine erste Bilanz und erläuterten das Konzept.

Dazu gehören: • Späte Laufbahnentscheidung: Bis zur 8. Klasse lernen die Schüler gemeinsam. Erst dann wird in Haupt- und Realschule sowie Gymnasium unterteilt. • Ganztagsschule: Von 8.15 Uhr bis 15.30 Uhr ist Schule. Am Freitagnachmittag gibt es ein freiwilliges Angebot. Zur Schulzeit gehören zwei lange Pausen; 30 Minuten vormittags und 90 Minuten am Mittag. Dann kann gegessen werden. Es gibt aber auch die Gelegenheit, Aufgaben zu lösen, zu reden und zu spielen. • Doppelstunden: In den meisten Fällen wird in 90-Minuten-Blöcken unterrichtet, 45 Minuten sind die Ausnahme. Viele Pädagogen halten Doppelstunden für die sinnvollere Zeiteinheit. • Unterrichtsgestaltung: Frontalunterricht soll die Ausnahme sein. Es gibt häufig Lerngruppen aus schwächeren und stärkeren Schülern, die sich gegenseitig helfen sollen. Für die Schüler gibt es Wochenpläne. Darin stehen Mindestanforderungen, was zu leisten ist. Mehr ist aber immer möglich.

Ganz wichtig ist den Lehrern, dass die Schüler viel Entscheidungsfreiheit haben und sich selbst Herausforderungen setzen, beschreibt Christin Hembd die Idee.

„Es hat mich einfach begeistert.“

Renate Quell über die Offene Schule

• Freies Lernen: Dieses neue Fach steht zwei bis drei Stunden wöchentlich im Stundenplan. Fächerübergreifend wird dort ein Thema behandelt, das sich die Schüler häufig selbst aussuchen.

So gab es zum Beispiel ein Projekt am Borkener See inklusive Gewässerproben und Tierbeobachtung, erzählt Lehrerin Tina Berger-Heise. Die Ergebnisse münden immer in ein Produkt, zum Beispiel einer Präsentation. Das motiviere die Schüler sehr.

Für Freies Lernen gibt es eine Note und zusätzlich eine schriftliche Beurteilung bestimmter Fähigkeiten, etwa im sozialen Bereich. • Gespräche: Elterngespräche gehören zum Programm, gerne im Haus der Schüler. „Die Beziehung zu den Eltern entwickelt sich ganz anders“, sagt Lehrerin Renate Quell. Wichtig sind aber auch Gespräche mit den Schülern; im Morgenkreis, in der Pause oder in der Mensa.

Renate Quell hat eine Auszeit hinter sich, denn die Schule, wie sie einmal war, gefiel ihr nicht mehr. Nun ist sie zurück und sagte über das Konzept Offene Schule: „Es hat mich einfach begeistert.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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