Tag der offenen Tür im neuen Laden - Mehr Platz für Fritzlarer Tafel

Tag der offenen Tür im neuen Laden der Fritzlarer Tafel

Fritzlar. In unserer reichen Gesellschaft sollte eine Tafel nicht nötig sein: Das sagten übereinstimmend Dekan Dr. Helmut Umbach und Bürgermeister Hartmut Spogat beim Tag der offenen Tür im neuen Fritzlarer Tafelladen.

3,2 Tonnen Lebensmittel im Monat

Die Fritzlarer Tafel versorgt zurzeit 450 bedürftige Menschen mit Nahrungsmitteln, die von Bäckereien, Fleischereien oder auch Lebensmittelgeschäften aussortiert werden. Das geschieht zum Beispiel, wenn ein komplettes Sortiment aus dem Angebot genommen wird, die Verpackung defekt ist oder wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht wird. Die Tafelhelfer sammeln die Lebensmittel an zwei Tagen in der Woche ein, sortieren sie und geben sie an den berechtigten Personenkreis weiter. Die Tafel hat derzeit 33 Lieferanten und sammelt rund 3,2 Tonnen Lebensmittel pro Monat ein. (zrz)

Weil es in Deutschland aber immer noch Menschen gebe, deren finanzielle Möglichkeiten zum Lebensunterhalt nicht ausreichten, wiesen die Tafeln immer wieder auf das Armutsproblem hin. „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lukas 6.36). Auf dieses Bibelwort im Neuen Testament bezog sich der Dekan in einer Andacht. Er zeigte, dass Lukas nicht vom „Vater im Himmel“ spricht, sondern von einem barmherzigen Gott unter uns Menschen auf der Erde. „Menschlichkeit bedeutet, einem anderen, der hungert, die Nahrung zu reichen.“ Pachtbeteiligung verdoppelt Bürgermeister Spogat erwähnte, dass der Magistrat einer Verdoppelung der Pachtbeteiligung für die neuen Räume zugestimmt habe und äußerte die Hoffnung, es vielleicht gemeinsam zu schaffen, dass die Einrichtung nicht mehr notwendig sei. 

Jürgen Bubenhagen von der Kreissparkasse Schwalm-Eder und Kai Mardorf von der VR-Bank Chattengau, die seit vielen Jahren die Tafel unterstützen, erklärten, dass ihre beiden Institute Geldspenden für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer langfristig zugesagt hätten. Dafür dankte Pfarrerin Margret Artzt, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Schwalm-Eder-Kreis. Ihr Dank galt ebenso den ehrenamtlichen Helfern, die es ermöglicht hatten, dass der Umzug in die Waberner Straße pünktlich und auch ohne Unterbrechung der Tafelarbeit und der Ausgabe der Lebensmittel geklappt haben. 

 In Hessen gibt es laut Erich Lindner, der für die Ländervertretung zum Umzug gratulierte, 54 Tafeln, unterteilt in Süd (14), Mitte (21) und Nord (19), die alle auf Unterstützung von Lieferanten, Gemeinden und Sponsoren angewiesen sind. Dazu gehört auch der vor zwei Jahren gegründete Kiwanis-Club Brüder Grimm Fritzlar, vertreten durch den Präsidenten Frede A. Gescholowitz sowie Hilmar Döring. „Gemeinsam für die Zukunft unserer Kinder“, das ist das erklärte Ziel des Clubs, der wie im Vorjahr über die Tafel Schulranzen für Erstklässler spenden wird. Mitmachen kann jeder Wer Interesse an der Arbeit bei Kiwanis hat, es handelt sich um eine weltweit tätige Organisation, die sich für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einsetzt, kann die Sitzungen besuchen, die jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr in der Kaiserpfalz in Fritzlar stattfinden. (zrz)

Quelle: HNA

Kommentare