Einkaufszentrum am Marktplatz wäre wohl die größte Baustelle seit dem Bau der Burg

Einkaufszentrum am Marktplatz: Ohne Abriss geht es nicht

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Um dieses Gebiet geht es in Homberg: Das Einkaufszentrum Ost könnte im Karrée zwischen Marktplatz, Holzhäuser Straße, Kreuz- und Salzgasse (rot markiert) entstehen.

Homberg. Wenn diese Idee umgesetzt wird, bekäme Homberg die größte Baustelle, die es seit dem Bau der Hohenburg gab: Denn das geplante Einkaufszentrum am Marktplatz würde auf gleich mehreren Straßenzügen entstehen.

Bürgermeister Wagner, Parlamentsvorsteher Bernd Pfeiffer und die Vorsitzenden aller vier Fraktionen stellten gestern das Projekt vor, das von Investoren finanziert, die Innenstadt beleben und Homberg als Wohn- und Einkaufsort attraktiver machen soll.

Es gibt drei Planungen: Variante 1: Sie sieht eine beplante Fläche von 5300 Quadratmetern, eine Nutzfläche von 5000 Quadratmetern und 100 neue Parkplätze in einer Tiefgarage vor. Die Zufahrten würden über Holzhäuser Straße/Kreuzgasse und über Obertor/Salzgasse erfolgen. Variante 2: Sie sieht eine beplante Fläche von 13 000 Quadratmetern, eine Nutzfläche von 10 000 Quadratmetern vor. Der bebaute Bereich würde vom Marktplatz bis hinunter zur Webergasse reichen. Es würden 300 Stellplätze in einer Tiefgarage entstehen. Variante 3: Sie sieht eine beplante Fläche von 5300 Quadratmetern, eine Nutzfläche von 6800 Quadratmetern und 187 neue Stellplätze in einem Parkplatz auf zwei Ebenen.

Das Parlament wolle die Variante 2 nicht vernachlässigen, doch sei sie wohl zu groß für Homberg, sagte der Bürgermeister. Jetzt gelte es, Gutachten unter anderem zu Lärm, Verkehrs, Denkmalschutz und Baugrund erstellen zu lassen.

Das alles seien erste Schritte auf dem Weg hin zu einer lebendigen, attraktiven Stadt: Er wolle unbedingt vermeiden, dass Einwohner und Politiker eines Tages vor einem ausgehöhlten Stadtkern stünden, in dem es keine Möglichkeiten zum Einkaufen, Bummeln und Verweilen gebe.

Es gebe bereits Interessenten, die das Einkaufszentrum eventuell finanzieren würden. Wagner weigerte sich, sie als Investoren zu bezeichnen, denn bislang zeigten sie lediglich Interesse. Angesichts der geschätzten Baukosten ist das verständlich: Die belaufen sich nach ersten Schätzungen auf eine Summe zwischen 15 und 20 Millionen Euro, die allerdings der Investor zahlen und das Land Hessen mit 30 Prozent fördern würde.

Rund 30 Hauseigentümer sind von den Plänen betroffen. Niemand werde enteignet, hatte Wagner schon in der Anliegerversammlung am Donnerstag in der Stadthalle betont. Noch stünden alle Verhandlungen aus. Dass beim Bau viele Häuser hinter der Fachwerkzeile am Marktplatz abgerissen werden würden, steht aber jetzt schon fest. Die Stadt wolle die Homberger im April über die Pläne und Möglichkeiten informieren, sagte Wagner.

Quelle: HNA

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