Schulung dauert ein Jahr

Hospiz Kellerwald: Ehrenamtliche Sterbebegleiter gesucht

Nahmen ihre künftige Wirkungsstätte in Augenschein: Die Hospizhelfer und Verantwortlichen des geplanten Kellerwald-Hospizes in Gilserberg. Fotos: Haaß

Gilserberg. Angehende Hospizhelfer haben kürzlich ihre zukünftige Wirkungsstätte in Gilserberg in Augenschein genommen. 2,6 Millionen Euro kostet das Hospiz Kellerwald. Weitere Sterbebegleiter werden gesucht.

Die Bodenplatte wurde gegossen und erste Mauern stehen bereits. Anfang 2017 soll das in Form eines Fächers geplante Gebäude fertig sein, informierte Architekt Adam Mergel bei der Baubesichtigung.

Bis zum nächsten Jahr werde man rund 2,6 Millionen Euro in das bislang im Schwalm-Eder-Kreis einzigartige Projekt investiert haben, sagte Günter Woltering vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen. Gemeinsam mit einer Tochtergesellschaft wird das soziale Dienstleistungsunternehmen die Einrichtung im Hochland betreiben. Der Vorsitzende des Fördervereins Hospiz-Kellerwald, Lothar Vestweber, zeigte sich von den Fortschritten sichtlich begeistert: „Jetzt sieht man, dass etwas gebaut wird.“

17 Frauen und ein Mann 

Gewissermaßen ebenfalls im Rohbau befindet sich die Gruppe der ehrenamtlichen Hospizhelfer. Man sei für den Betrieb des Hospizes auf das Ehrenamt angewiesen, stellte Woltering fest. Zurzeit absolvieren 17 Frauen und ein Mann die Ausbildung zum Sterbebegleiter. Die Freiwilligen kommen aus Gilserberg und den angrenzenden Ortsteilen.

Ein Jahr lang werden die in zwei Klassen aufgeteilten Hospizhelfer im Umgang mit Sterbenden geschult. Ihr sei es ein Bedürfnis zu helfen, erklärte Marina Stumpf aus Sebbeterode ihre ganz persönliche Motivation für das außergewöhnliche Ehrenamt: „Ich möchte einen Beitrag leisten, nicht jeder hat eine Familie.“

Gesprächsführung und Trauerarbeit

Ute Vogel

Der Unterrichtsplan der Hospizhelfer umfasst neben Gesprächsführung und Trauerarbeit unter anderem auch die Schärfung der persönlichen Wahrnehmung. Sterbebegleitung versteht sich in erster Linie als Lebenshilfe. Im Vordergrund stehe der zu begleitende Mensch, sagte Ausbilderin Ute Vogel: „Ziel ist es herauszufinden, was derjenige braucht. Das kann bedeuten, manchmal einfach nur das zu sein und eine Hand zu halten.“

Um die Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilen zu können, soll ab Juni neben den zwei bereits bestehenden, eine weitere Gruppe gebildet werden. Um ehrenamtlicher Hospizhelfer zu werden, bedarf es keiner besonderen Voraussetzungen oder Qualifikation. (zmh)

• Wer Interesse an einer Ausbildung zum Hospizhelfer hat, kann sich direkt an Ute Vogel wenden: Tel. 0 66 91/ 80 63 49 oder E-Mail ute-vogel@hotmail.de

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare