Hürden für Neuansiedlungen nehmen

Situation beim Leerstand in Melsungen gut

Einzelfälle: In den Einkaufsnebenlagen finden sich einige ältere leerstehende Geschäfte. Christian Reeg nimmt diese im Leerstandskataster der Stadt auf. Foto: Dewert

Melsungen. Die Lage in Melsungen ist gut und Melsungen liegt gut. Wenn es nach den Einzelhändlern ginge, könnte mehr Kaufkraft in der Stadt gebunden werden und zusätzliche Kunden aus dem Umland gewonnen werden.

Einen Bedarfsplan für Angebote und Dienstleistungen gibt es zwar nicht, aber Melsungen sei sehr gut aufgestellt, sagt Citymanager Mario Okrafka. Einen klassischen Leerstandsmanager gebe es zwar nicht, das Aufgabengebiet der Wirtschaftsförderung und Ansiedlungspolitik liege beim Bauamt und der Finanzabteilung, aber er stehe zum Beispiel in Kontakt mit Christian Reeg, der beim Bauamt das Leerstandskataster pflegt. „Förderprogramme laufen über die Finanzabteilung, insofern ist die Verzahnung richtig“, sagt Okrafka.

„Unser Handlungsspielraum als Stadt ist nur gering“, sagt Bauamtsleiter Martin Dohmann. Seit 2011 pflege die Stadt zwar ein Leerstandskataster, aber nur für interne Zwecke. Signifikant sei aber, dass in den 1a-Lagen, also zum Beispiel rund um den Marktplatz, die Situation sehr gut sei. In der Brückenstraße, der Fritzlarer Straße und anderen Einkaufslagen sehe die Lage aber bereits schlechter aus. Die Gemeinschaft des Melsunger Einzelhandels hatte in diesem Zusammenhang bereits einen attraktiven Verkaufsstandort als Gegenpol zum Sandcenter vorgeschlagen.

Es sei kaum vorstellbar, in Melsungens Innenstadt größere zusammenhängende Verkaufsflächen zu schaffen, sagt Martin Dohmann. 1000 oder gar 2000 Quadratmeter seien unrealistisch. Dohmann sagte aber zu, die Parkplätze am Sand zu erhalten. In welcher Form wisse man noch nicht, die Anzahl solle aber in etwa dieselbe bleiben. Das gelte auch für die anderen Bereiche der Stadt.

Vorstellbar sei aber, dass mittelfristig ältere Häuser weichen und Raum und Luft in der Altstadt schaffen.

Ein Problem bei der Ansiedlung von neuen Läden sei die Barrierefreiheit, sagt Okrafka. Er setze auf ein einheitliches System. Die Geschäfte Orthopädie Banniza, Elektro Ritschel und Telekom-Shop nutzten bereits eine solche Funkklingel, mit der eingeschränkte Menschen oder Menschen mit Kinderwagen Hilfe anfordern könnten.

Auf Hilfe ist auch Christian Reg bei der Pflege des Leerstandskatasters angewiesen. Wer von Leerständen weiß oder die Hilfe der Stadt in Anspruch nehmen möchte, um einen Nachmieter zu finden, ist beim Mitarbeiter des Bauamtes genau richtig.

• Kontakt: Christian Reeg, Tel. 05661/708149

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Kommentare