2,5 Millionen Euro teures Bauwerk

Ohne Klärwerk geht’s auch

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Körle. Klein, aber acht Meter tief ist das neue Körler Pumpwerk. Am Mittwochabend stellte die Gemeinde das 2,5 Mio. Euro teure Bauwerk der Öffentlichkeit vor.

Das verklinkerte Häuschen hat es technisch in sich. In acht Meter Tiefe laufen die Abwässer in Sammelbehälter. Sie kommen im freien Gefälle aus Körle und Empfershausen - das Abwasser aus Lobenhausen und Wagenfurth pressen Pumpen bis zu den Sammelbehältern. Von dort wiederum dirigiert ein Pumpenmischsystem mit Luftdruck und Drehkolben die Schmutzfracht vollautomatisch weiter nach Röhrenfurth. Von dort fließen die Abwässer dann zur Reinigung ins Klärwerk Melsungen.

Ingenieur Georg Grodde erinnerte anhand von Bildern aus der Bauzeit an den Werdegang der neuen Pumpstation. Zu ihr gehört ein 4200 Meter langes Kanalsystem bis nach Röhrenfurth. Sehr schwierige Bodenverhältnisse hätten zweimal ein unterirdisches Queren der Fulda erfordert. Das Punpwerk selbst habe gegen mögliches Hochwasser aus der Fulda geschützt werden müssen. Schließlich sei die Bauzeit knapp bemessen gewesen.

Mit dem neuen Pumpwerk braucht Körle keine Kläranlage mehr. Die Anlage von 1968 hätte für Millionen erneuert werden müssen, erläuterte Bürgermeister Mario Gerhold die Entscheidung der Gemeinde, die Abwässer künftig nach Melsungen zu pumpen und dort reinigen zu lassen. Per Vertrag sei man mit der Bartenwetzerstadt fürs Erste „25 Jahre abwassertechnisch verheiratet.“ Die Kläranlage in der Nachbarstadt wiederum ist so ausgelegt, dass sie die Körler Abwässer ohne Probleme verarbeiten kann, erklärte Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein.

Zu dem Vorhaben steuerte das Land Hessen mehr als eine Million Euro bei - Körle habe ein grundsätzliches Problem vorbildlich gelöst“, begründete Staatssekretär Mark Weinmeister (Guxhagen) den Zuschuss. (lgr)

• Termin: Die Pumpstation wird für Besucher beim Fuldaradeln am Sonntag, 6. Juli, von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: HNA

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