Die Vorschriften sind vielen nicht bekannt – Beschwerden bei den Ordnungsämtern

Ohne Räumen geht’s nicht

Schweißtreibende Arbeit: Diesen riesigen Schneehaufen hat gestern ein städtischer Mitarbeiter auf dem Alleeplatz in Ziegenhain zusammengeschoben, natürlich per Schneepflug, auf dem Foto ist Anlieger Joachim Lipp zu sehen. Foto: Quehl

Schwalm-Eder. Massen von Schnee mussten die Menschen in den vergangenen Tagen vor ihren Grundstücken räumen: „Ein Zugang zum Grundstück muss vom Schnee befreit werden, genauso wie die Gehwege davor“, fasste es Helmut Wagner, Ordnungsamtleiter in Homberg, zusammen.

Die Vorschriften aus den kommunalen Straßenreinigungsordnungen kennt und befolgt dabei nicht jeder, doch sie gelten mit kleinen Unterschieden in allen Gemeinden im Kreis.

Was gar nicht geht: Nicht räumen oder den Schnee einfach auf die Fahrbahn werfen. „In solchen Fällen gibt es eine Ermahnung“, stellte Alwin Albert vom Ordnungsamt in Fritzlar klar. Der Schnee müsse „an einem verkehrssicheren Ort“ gesammelt werden. Dabei fragen sich viele Anwohner, wozu sie und ihre Nachbarn eigentlich verpflichtet sind. Wer muss zum Beispiel in einer Straße mit nur einem Gehweg räumen?

Abwechselnd räumen

Helmut Wagner kennt natürlich auch diesen Fall: „Dann müssen sich die Anwohner von beiden Straßenseiten abwechseln.“ Das richtet sich in Fritzlar nach Jahreszahlen. In ungeraden Jahren ist der direkte Anlieger in der Pflicht, in geraden der Nachbar von gegenüber.

Keine Sonderregelungen gelten für Spielstraßen. In Fußgängerzonen und an freien Plätzen müssen 1,50 Meter breite Schneisen geräumt werden. Steht ein Gebäude leer, muss sich der Grundstückseigentümer um die Räumung kümmern.

In der Pflicht stehen natürlich auch die Kommunen, und bei denen haben sich Menschen zu Wochenbeginn tüchtig beklagt, berichtete Wagner. Zwischen 50 und 60 Beschwerden gingen bei ihm ein. Auch die Fahrer der Schneepflüge standen in der Kritik, „die Leute haben sich geärgert, dass die Pflüge Schnee auf die bereits geräumten Gehwege geschoben haben“. Mit den schnellen Schneepflügen müsse man allerdings leben, Verkehrssicherheit habe Vorrang. Die Pflüge müssten auch mit einem gewissen Tempo fahren, um den Schnee effektiv zur Seite und nicht vor sich her zu schieben.

So hatte auch der Bauhof Schwalmstadt alle Hände voll zu tun. Laut Leiter Edgar Steuernagel waren 16 Mitarbeiter täglich in zwei Schichten von 4 Uhr bis 20.30 Uhr mit fünf Fahrzeugen im Einsatz.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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