Jeder siebte Hauptschüler ohne einen Abschluss

Ohne Zeugnis kaum Chance auf guten Job

Schwalm-Eder. Jeder siebte Hauptschüler verlässt im Landkreis die Schule ohne einen Abschluss, vor zwei Jahren war es nur jeder zehnte. Gerechnet auf alle Schulabgänger machen sie einen Anteil von drei Prozent aus. Dies geht aus Zahlen des statistischen Landesamts hervor.

„Die Schulen sind gefragt, diese Zahl zu verbessern“, sagte Lothar van Eikels vom Staatlichen Schulamt in Fritzlar. Warum die Anzahl der Schüler ohne Abschluss von 50 auf 68 stieg, kann sich van Eikels nicht erklären.

Die Gründe für das Scheitern im Schulsystem sind laut Lothar van Eikels vielfältig. Die Hautpschule werde bei Eltern und Lehrern kaum noch nachgefragt. Problematisch werde es nach der 7. Klasse: „Dann beginnt oft das große Scheitern“, sagte van Eikels. Wer dann auf der Hauptschule lande, habe in der Schule viele schlechte Erfahrungen gemacht: „Frust, Überforderung, mangelnde Unterstützung von zu Hause“, betonte van Eikels.

Wichtig sei es, die Schüler wieder zu motivieren und sie so zum Abschluss zu führen. Dies geschehe beispielsweise über eine stärkere Orientierung hin zur Praxis, die Schüler werden für zwei Tage pro Woche in Betriebe geschickt. Die Erfahrungen, die sie dort sammeln, verhalfen den Schülern wieder zu mehr Selbstvertrauen. Dazu zählt, dass sie beispielsweise beispielsweise eine Arbeit erfolgreich erledigen..

Die Arbeitslosigkeit unter Männern und Frauen, die keinen Schulabschluss haben, ist überdurchschnittlich hoch. Sie machen im Schwalm-Eder-Kreis zehn Prozent aller Arbeitslosen aus. „Wer keinen Abschluss hat, bleibt begrenzt auf Helfer- oder Anlerntätigkeiten“, teilte die Sprecherin der Agentur für Arbeit Korbach, Cornelia Harberg mit.

Derzeit suchen im Landkreis sechs Jugendliche ohne Abschluss noch eine Arbeit - ebenso viele wie im vergangenen Jahr.

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Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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